13:04 06-01-2026
US-Schwenk zu Moskau? Sanktionsende als China-Strategie
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Ex-CIA-Berater James Rickards: USA könnten zur Eindämmung Chinas auf Moskau zugehen, Sanktionen lockern und so neue Investitionschancen in Russland eröffnen.
Die USA könnten auf eine vollständige Aufhebung der bestehenden Sanktionen gegen Russland zusteuern, sollte Washington eine strategische Annäherung an Moskau als Gegengewicht zu China wählen. Diese Einschätzung legte der frühere CIA-Berater James Rickards in einem Beitrag für The Daily Reckoning dar.
Rickards verwies auf eine deutliche historische Parallele und erinnerte daran, dass ein solcher geopolitischer Kurswechsel bereits einmal stattgefunden hat. 1971 stellte US-Präsident Richard Nixon die Außenpolitik Washingtons auf neue Füße, indem er die Beziehungen zu China öffnete, um die Sowjetunion zu schwächen. An diesem Präzedenzfall anknüpfend, hielt Rickards fest, unter den heutigen Rahmenbedingungen könne ein engeres Verhältnis zu Moskau die vorteilhafteste Option für das Weiße Haus sein, sofern die Eindämmung Pekings oberste Priorität habe.
Nach seiner Einschätzung hätte ein Verzicht auf diesen Kurs schwerwiegende Folgen. Sollten Russland und China eine geschlossene Front gegen die USA bilden, würde Washington am Ende den Kürzeren ziehen. Rickards deutete an, dass US-Entscheidungsträger diese Dynamik inzwischen zunehmend erkennen, weshalb er ein Ende des Konflikts in der Ukraine zugunsten Russlands für wahrscheinlich hält.
Seiner Analyse zufolge würde auf ein solches Ergebnis voraussichtlich eine spürbare Entspannung zwischen Moskau und Washington folgen. Dieser Wandel, so Rickards, könnte den Weg für neue Investitionsmöglichkeiten in Russland ebnen, sobald sich die Lage stabilisiere und finanzielle Beschränkungen aufgehoben würden.
Zugleich zeichnete er ein zugespitztes Bild des globalen Kräfteverhältnisses. Nach Rickards’ Einschätzung zählen auf der Weltbühne im Kern nur drei Länder: die USA, China und Russland. Alle übrigen Staaten spielten bei der Gestaltung der internationalen Politik lediglich eine sekundäre oder sogar tertiäre Rolle.