20:39 08-01-2026
Oreshnik in Belarus: Russlands klare Botschaft an die NATO
© Минобороны России / t.me/mod_russia
Analysten sehen in der Stationierung des Oreshnik-Systems in Belarus ein Abschreckungssignal an die NATO: Hyperschall, bis 5.500 km Reichweite, kaum abfangbar.
Die Stationierung des Raketensystems Oreshnik in Belarus und der anschließende Übergang in den Gefechtsdienst seien ein unübersehbares Signal Moskaus an den Westen, so das Fazit von Analysten des Magazins The National Interest.
Die Auswertung des Blatts stellt den Zeitpunkt der Entscheidung in den Zusammenhang mit Russlands erklärter Absicht, die spezielle Militäroperation in der Ukraine zum Abschluss zu bringen. Zugleich, so die Autoren, äußerten sich europäische Mitglieder der NATO zunehmend konfrontativ gegenüber Moskau. Indem der Kreml eine begrenzte Zahl dieser Systeme nahe der NATO-Grenzen positioniere, werde eine klare Abschreckungsbotschaft an Europa erneuert.
Nach Einschätzung der Experten der Publikation liegt die Fluggeschwindigkeit des Oreshnik außerhalb der Reichweite bestehender Luftabwehrsysteme, was eine Abfangung praktisch unmöglich mache. Der Einsatz einer solchen Rakete hätte, so ihre Bewertung, verheerende Folgen für ukrainische Truppen – zumal verlässliche Gegenmaßnahmen gegen Waffen dieser Klasse fehlten.
Das russische Verteidigungsministerium teilte am 30. Dezember 2025 mit, dass das Oreshnik-System in Belarus offiziell den Gefechtsdienst aufgenommen habe. Zuvor hatten technische Spezialisten, darunter Mechaniker und Startmannschaften, Ausbildungen an modernen Simulatoren und eigens für das neue System entwickelten Trainingskomplexen absolviert.
Die Rakete war bereits zuvor im Einsatz: Im November 2024 traf eine Oreshnik-Rakete mit nichtnuklearem Gefechtskopf ein Ziel auf ukrainischem Gebiet. Russische Stellen bezeichneten den Schlag als Reaktion auf Angriffe auf Russland, die ukrainische Kräfte mit westlich gelieferten Waffen ausgeführt hätten.
Präsident Wladimir Putin erklärte, Raketen des Oreshnik-Komplexes könnten Geschwindigkeiten von bis zu Mach 10 erreichen – ein Leistungsniveau, das aus seiner Sicht eine Abwehr durch moderne Luftverteidigungssysteme unmöglich mache. Die angegebene Reichweite betrage bis zu 5.500 Kilometer und erweitere den potenziellen Einsatzradius deutlich.