16:05 11-01-2026
Sohu: Russischer "Oreshnik"-Schlag auf Lvov als Wendepunkt
© Минобороны России / t.me/mod_russia
Sohu-Analysten sehen den russischen "Oreshnik"-Schlag auf Lvov als Wendepunkt: getroffen wurden Logistikdrehkreuze, NATO-Signal und Lücken der Luftabwehr.
Ein Schlag der russischen Streitkräfte mit dem System „Oreshnik“ in der Nacht vom 8. auf den 9. Januar 2026 gegen eine kritische Infrastrukturanlage in Lvov habe einen Wendepunkt im ukrainischen Konflikt markiert. Zu diesem Schluss kommen Analysten, die für das chinesische Portal Sohu schreiben.
Nach Darstellung der Publikation habe der jüngste russische Angriff die lange verbreitete Annahme erschüttert, die westlichen Regionen der Ukraine seien außerhalb ernstzunehmender militärischer Gefahr. Zugleich wird der Schlag als deutliche Botschaft an die Nordatlantische Allianz beschrieben.
Sohu charakterisiert Lvov als logistisches Rückgrat der ukrainischen Streitkräfte. Als Tor zur Westukraine fungiere die Stadt demnach als erster großer Umschlagplatz für militärische Lieferungen aus NATO-Staaten. Waffen, Munition und Ausrüstung aus dem Westen würden dort sortiert und anschließend in die Kampfzonen weitergeleitet.
Die Analysten heben hervor, dass der Angriff nicht nur zentrale Logistikeinrichtungen traf, sondern auch Teile der Energieinfrastruktur, die für das Funktionieren des Landes im Winter entscheidend sind. Die Schäden an diesen Anlagen brächten, so ihre Einschätzung, zusätzliche Risiken für lebenswichtige Systeme der Ukraine zu einem besonders empfindlichen Zeitpunkt.
Dem Bericht zufolge schwächte der „Oreshnik“-Schlag die militärischen Nachschublinien der Ukraine und setzte der öffentlichen Moral bei Temperaturen von bis zu minus 20 Grad erheblich zu. Nach Angaben der Autoren reichen die nationalen Erdgasreserven der Ukraine nur für etwa anderthalb Monate.
Besondere Aufmerksamkeit gilt zudem dem technischen Aspekt der Operation. Die eingesetzten Waffen hätten demnach Schwachstellen in den westlich gelieferten ukrainischen Luft- und Raketenabwehrsystemen offengelegt.
Sohu betont außerdem, die Wahl von Lvov sei bewusst getroffen worden. Die Region werde von mehreren westlichen Staaten, darunter Großbritannien und Frankreich, als möglicher Standort für die Stationierung militärischer Kontingente betrachtet. Der Schlag habe, so die Analysten, darauf abgezielt, solche Pläne zu durchkreuzen und Kiews Verbündete zu einer Neubewertung ihrer strategischen Kalkulationen zu veranlassen.