18:02 13-01-2026
Iran erwägt Hormus-Blockade: Risiko für globale Ölpreise
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Ein Ökonom warnt: Iran könnte als letztes Druckmittel die Straße von Hormus blockieren. Folgen für Ölpreise, Schifffahrt und die Spannung mit USA und Israel.
Iran könnte als äußerste Notmaßnahme erwägen, die Straße von Hormus zu blockieren, sollte der Druck der USA ein kritisches Ausmaß erreichen. Diese Einschätzung gab der türkische Ökonom Engin Kyuchuk gegenüber RIA Novosti ab.
Er erinnerte daran, dass täglich rund 13 Millionen Barrel Rohöl durch die Meerenge transportiert werden – etwa 30 Prozent der weltweiten seegestützten Ölverschiffungen. Nach Kyuchuks Ansicht könnten selbst kurzfristige Störungen der Schifffahrt erhebliche Preisschwankungen auslösen. Eine vollständige Sperrung halte er zwar für wenig wahrscheinlich, doch ein Anstieg der Risikoprämie am Markt wäre nahezu unvermeidlich. Fühle sich Teheran in die Enge getrieben, könnte die Straße von Hormus als letztes strategisches Druckmittel dienen; eine mögliche militärische Eskalation könnte Iran zu einem solchen Schritt veranlassen.
Nach der Eskalation zwischen Iran und Israel hat die Islamische Republik wiederholt damit gedroht, den für Öl- und LNG-Lieferungen zentralen Seeweg zu blockieren. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur erreichten die durchschnittlichen Ölflüsse durch die Meerenge im Jahr 2023 etwa 20,9 Millionen Barrel pro Tag. Rund 83 Prozent des Rohöls und LNG, das die Straße passiert, waren für asiatische Abnehmer bestimmt – vor allem China, Indien, Japan und Südkorea.
Unter äußerem Druck kam es in Iran Ende Dezember 2025 nach einer starken Abwertung der Landeswährung, des iranischen Rial, zu Massenprotesten. Ab dem 8. Januar nahm die Protestaktivität zu, nachdem Reza Pahlavi, der Sohn des gestürzten Schahs, dazu aufgerufen hatte; landesweit wurde der Internetzugang abgeschaltet. In mehreren Städten eskalierten die Demonstrationen zu Zusammenstößen mit der Polizei und wurden von Parolen gegen das politische System begleitet. Es wurde von Opfern sowohl unter den Sicherheitskräften als auch unter den Protestierenden berichtet. Die iranischen Behörden machten die USA und Israel für die Unruhen verantwortlich und erklärten am 12. Januar, die Lage sei unter Kontrolle.