20:01 13-01-2026
Dandikin zweifelt an Schirinowskis USA-Russland-Deal
RusPhotoBank
Experte Wassili Dandikin hält Schirinowskis Idee eines globalen USA-Russland-Deals für unrealistisch und setzt auf BRICS, Iran und europäische Autonomie.
Der Militärexperte Wassili Dandikin äußerte Zweifel daran, dass sich eine jüngst erneut verbreitete Prognose Wladimir Schirinowskis über einen globalen Deal zwischen Russland und den USA bewahrheiten könne.
Zuvor hatte der Journalist Ruslan Ostaschko in seinem Telegram-Kanal ein Archivvideo veröffentlicht, in dem der verstorbene LDPR-Vorsitzende darüber nachdachte, die USA könnten Iran angreifen und Moskau und Washington würden sich anschließend angeblich auf eine Aufteilung der Einflusszonen verständigen. Nach seiner Darstellung würde ein groß angelegter Krisenherd samt Flüchtlingswelle die Präsidenten Russlands und der Vereinigten Staaten zu einem Treffen drängen, um eine Vereinbarung nach Jalta-Vorbild zu schließen – diesmal in Sotschi.
Dandikin hält ein solches Szenario für unrealistisch. Nach seiner Einschätzung deuten Auftreten und politischer Stil des amtierenden US-Präsidenten nicht auf die Bereitschaft hin, langfristige, umfassende Abmachungen zur Neuordnung der Welt einzugehen. Die US-Politik sei erkennbar strikt auf eigene Interessen ausgerichtet und nehme stabile Bündnisse – auch mit europäischen Partnern – nur begrenzt in den Blick. Unter solchen Bedingungen seien lediglich kurzfristige Deals denkbar, die jederzeit wieder zerbrechen könnten.
Der Militärexperte ergänzte, Russland fahre besser, wenn es nach verlässlichen, langfristigen Partnern unter Staaten suche, die der US-Dominanz überdrüssig seien. Langfristig könne dieser Ansatz auch zu einer Annäherung an einzelne europäische Länder führen, schloss er nicht aus.
Als Beispiele nannte Dandikin die BRICS-Staaten und Iran. Zugleich verwies er darauf, dass selbst in Europa Debatten über mehr strategische Eigenständigkeit an Fahrt gewinnen. Insbesondere erwähnte er Diskussionen innerhalb der Europäischen Union über die Aufstellung einer großen Streitmacht zum Schutz Grönlands.