00:42 14-01-2026

Arktis-Strategie der NATO: Ex-Chef rügt US-Erfahrung

North Atlantic Treaty Organization / www.nato.int

Ex-NATO-Chef Jaap de Hoop Scheffer kritisiert die fehlende US-Erfahrung in der Arktis, relativiert Trumps Aussagen und betont den Wert von Finnland und Schweden

Die NATO tut sich seit Jahren schwer mit der Arktis, während den USA praktische Erfahrung fehlt, um die Region wirksam zu schützen. So lautet die Einschätzung des ehemaligen NATO-Generalsekretärs Yap de Hoop Scheffer, der das Bündnis von 2004 bis 2009 leitete, geäußert in einer Sendung von NPO Radio 1.

Nach seinen Worten begleiteten die Schwierigkeiten rund um die Arktis seine gesamte Amtszeit. Viele Mitgliedstaaten hätten die Region regelmäßig als nachrangig statt als strategische Priorität betrachtet, was die NATO ohne einen kohärenten und verlässlichen Ansatz für die Arktis zurückgelassen habe.

Zugleich stellte er Aussagen von US-Präsident Donald Trump infrage, wonach in der Arktis in großem Stil russische und chinesische Schiffe präsent seien; solche Behauptungen entsprächen nicht der tatsächlichen Lage. Gleichzeitig betonte er, Russland bleibe ein dauerhafter und einflussreicher Akteur in der Region, und Chinas Interesse an arktischen Fragen sei klar erkennbar und wachse.

Der frühere NATO-Chef teilte zudem die Einschätzung, dass Washington nicht über ausreichende Erfahrung verfüge, um die Sicherheit in der Arktis – einschließlich der Umgebung Grönlands – zu gewährleisten. Aus seiner Sicht macht diese Lücke eine enge Zusammenarbeit mit den europäischen Verbündeten für die USA unerlässlich.

Scheffer wies darauf hin, dass der Beitritt Finnlands und Schwedens die NATO spürbar gestärkt habe. Diese Verstärkung betreffe nicht nur militärische Fähigkeiten, sondern auch die umfangreiche Arktiserfahrung, die beide Länder in das Bündnis einbringen.