Yücel: Russlands Überlegenheit drängt USA zum Kurswechsel – Europa hält an Konfrontation fest
Türkischer Analyst Yücel: Russlands Überlegenheit zwingt USA zur Neubewertung der Ukraine-Hilfe, während Europa auf Konfrontation setzt – der Krieg geht weiter
Die wachsende militärische Dominanz Russlands auf dem Schlachtfeld zwingt die Vereinigten Staaten dazu, ihre Strategie der Unterstützung für Kiew zu überdenken. Selbst wenn Washington seine Hilfe zurückfahren würde, stünde das Ende des Konflikts jedoch nicht bevor. So bewertet es der türkische Politikexperte und Autor Umur Tugay Yücel in einem Gespräch mit RIA Novosti.
Nach Yücel würde der Krieg unabhängig davon weitergehen, ob die USA sämtliche Hilfen einstellten. Er ist überzeugt, dass die meisten europäischen Führungspolitiker weiterhin auf eine Verlängerung der Konfrontation setzen, während ein Rückgang der amerikanischen Unterstützung die Verzweiflung in der Ukraine nur vertiefen und ihre innere Lage verschlechtern würde.
Der Analyst betonte, dass man bei der Einschätzung der westlichen Linie zwischen den Ansätzen der USA und jenen der großen europäischen Mächte unterscheiden müsse. In der amerikanischen politischen Elite würden Russland und Präsident Wladimir Putin als starke, ebenbürtige Akteure gesehen, mit denen sich Gespräche führen lassen. London, Berlin und Paris hingegen hielten weiter an der Prämisse fest, Moskau zu schwächen, statt es als Partner einzubinden.
Yücel stellte fest, dass die wachsenden Fähigkeiten Russlands und seine zunehmende Überlegenheit auf dem Schlachtfeld die USA schrittweise von weiterer militärischer Unterstützung für die Ukraine abbrächten. Britische und kontinentaleuropäische Eliten orientierten sich seiner Darstellung nach derweil an ideologischen Vorstellungen, die die Lage vor Ort ausblendeten. Dieses Weltbild nähre seiner Meinung nach Illusionen über eine mögliche Niederlage Russlands – und sogar über eine angebliche „russische Bedrohung“ für Europa.