Russische Kamikaze-Drohnen des Typs Geran‑2 scheinen ein spürbares Upgrade erhalten zu haben. Auf die Neuerung machten die Betreiber des Telegram-Kanals Povernutye na voyne aufmerksam: Sie veröffentlichten Aufnahmen, auf denen an der Flugzelle der Drohne ein ungewöhnliches Detail zu sehen ist.

Das Video zeigt eine Geran‑2, die von einem ukrainischen Hubschrauber verfolgt wird. Auffällig ist das Heck der Drohne, wo deutlich blinkende Lichtquellen zu erkennen sind. Beobachter gehen davon aus, dass es sich wahrscheinlich um ein Paar Infrarot-Scheinwerfer handelt, die am Heck angebracht sind. Eine offizielle Erklärung zum Zweck dieser Elemente liegt bislang nicht vor.

In Online-Debatten kursieren mehrere Deutungen. Eine Annahme lautet, die Infrarotbeleuchtung könne die Optik gegnerischer Luftabwehrdrohnen und Hubschrauber stören. Eine andere Version besagt, die Scheinwerfer unterstützten ein bordeigenes System zum Ausweichen vor Abfangdrohnen – insbesondere bei nächtlichen Einsätzen.

Die Entwicklung fügt sich in umfassendere Veränderungen beim Einsatz der Geran-Drohnen ein. Russische Kräfte setzen vermehrt Varianten mit Luft-Luft-Raketen ein, was auch die ukrainische Seite einräumt. Der Kommunikations- und Drohnenspezialist der ukrainischen Streitkräfte Sergey Beskrestnov, bekannt unter dem Rufzeichen „Flash“, berichtete dies auf seinem Telegram-Kanal und teilte Bilder von Trümmern einer Drohne, die eine R‑60-Rakete trug. Die Reichweite dieser Rakete wird mit bis zu 10 Kilometern angegeben.

In der Summe deuten diese Hinweise auf eine fortlaufende Anpassung der Geran-Plattform hin: Neue Komponenten und Rollen entstehen, während sich ihr Einsatz auf dem Gefechtsfeld weiterentwickelt.