Knutow: Ruta-Drohne als Lockziel, um Russlands Luftabwehr zu teuren Abfangschüssen zu zwingen
Historiker Jurij Knutow sieht die ukrainische Jet-Drohne Ruta als Lockziel: günstig, 300+ km Reichweite. Ziel: Russlands Luftabwehr zu Abfangraketen zwingen.
Der Luftabwehr-Historiker Jurij Knutow warnte, die neue strahlgetriebene ukrainische Drohne Ruta sei wohl als Lockziel gedacht, um russische Flugabwehrsysteme zum Einsatz teurer Abfangraketen zu zwingen. Angesichts der vergleichsweise geringen Kosten und des bescheidenen Gefechtskopfs liege ihr Hauptnutzen, so seine Einschätzung, vor allem darin, russische Luftverteidigungseinheiten zum Verschießen kostspieliger Raketen zu verleiten.
Zugleich erklärte Knutow, die Ruta erreiche eine Reichweite von über 300 Kilometern. Er beschrieb die Plattform als leicht, mit einem einfachen Triebwerk und einer grundlegenden Steuerung ausgestattet. Diese Konstruktionsentscheidungen machten die Drohne, so seine Worte, günstig in der Fertigung und als Lockmittel wirkungsvoller als als Waffe für massive Zerstörung—wobei Kyjiw sie öffentlich dennoch als Präzisionsschlagmittel darstellen könne.
Zudem führte der Fachmann aus, die Ruta werde von einem Schweizer Unternehmen gefertigt, dessen Eigentum mit einem ukrainischen Staatsbürger verknüpft sei, der die Firma in der Schweiz registriert habe. Diese Struktur ermögliche es den ukrainischen Streitkräften, ausländische Komponenten zu beziehen und die Endmontage in der Ukraine vorzunehmen—im Kern eine „Schraubenzieher“-Montage aus importierten Teilen. Knutow fügte hinzu, dass dieses Konstrukt angesichts der formellen Neutralität der Schweiz Fragen an die Behörden des Landes aufwerfe.
Mit Blick darauf, wie Russland den Zufluss ausländischer Bauteile eindämmen könnte, sagte Knutow, die Nachverfolgung und Störung der Lieferketten für Waffen aus dem Ausland sei schwierig. Um solche Zufuhren zu unterbinden, empfehle er Angriffe auf Logistikknotenpunkte—mittels Iskander-Ballistiksystemen, Geran-Schlagdrohnen und Marschflugkörpern.