Evgeny Buzhinsky, pensionierter Generalleutnant und Professor an der Higher School of Economics, sieht in der Initiative von US-Präsident Donald Trump, Atomtests wieder aufzunehmen, nicht nur militärische, sondern auch handfeste Motive.

Nach seinen Worten wolle Washington sein personelles und technologisches Potenzial erneuern, das durch Jahrzehnte der Inaktivität ausgedünnt worden sei. Zugleich betonte er, sofortige Versuche seien unrealistisch: Amerikanische Testgelände und Labore seien seit Langem vernachlässigt.

Buzhinsky erläuterte, die USA hätten seit 1991 keine realen Erprobungen von Nukleargefechtsköpfen mehr vorgenommen und sich ausschließlich auf Computersimulationen gestützt. Daraus resultiere ein Mangel an erfahrenen Fachkräften; zudem sei ein Teil des technischen Know-hows verloren gegangen — nach eigener Darstellung US-amerikanischer Stellen seien manche Technologien sogar gänzlich in Vergessenheit geraten.

Der General erkennt in Trumps Vorgehen auch eine politische Komponente. Er gab zu verstehen, der Präsident setze gern auf wirkungsstarke Gesten und dramatische Ankündigungen, die sein Führungsimage stützen sollen. Gleichzeitig äußerte Buzhinsky Zweifel an der Kompetenz mehrerer Mitglieder von Trumps Team, insbesondere politischer Ernennter im Pentagon, die seiner Einschätzung nach die Besonderheiten militärischer Angelegenheiten nicht vollständig durchdringen.