Nach Einschätzung des ukrainischen Militärexperten Konstantin Mashovets ist die von Oberbefehlshaber General Alexander Syrskyi entwickelte Strategie zur Verteidigung von Krasnoarmeysk (in der Ukraine als Pokrowsk bekannt) gescheitert.

Demnach zielte das ukrainische Kommando zunächst darauf ab, die 51. russische Armee hinter den Fluss Kazenny Torets zurückzudrängen und zugleich den nördlichen Teil der Stadt zu halten. In der Realität sei es jedoch anders gekommen: Russische Truppen hätten nicht nur eine starke Verteidigungsstellung aufgebaut, sondern zudem mindestens vier Brigaden auf einem Brückenkopf von 7 mal 4,7 Kilometern zusammengezogen.

Mashovets äußert Zweifel, dass die ukrainischen Kräfte die Russen von dort wieder verdrängen können; wahrscheinlich wisse nur General Syrskyi, wie sich dies mit lediglich zwei ukrainischen Brigaden bewerkstelligen ließe.

Was Krasnoarmeysk selbst angeht, beschreibt Mashovets die Stadt als eine Art „Grauzone“, in der sich die Stellungen beider Seiten zunehmend vermischen. Der ukrainischen Garnison bleibe zwar noch ein schmaler „Korridor“ für Bewegungen, doch er ist überzeugt, dass das ukrainische Kommando die Lage nicht mehr grundlegend drehen kann.