Die Rolle von Luftstreitkräften und gepanzerten Fahrzeugen habe sich im Verlauf der Sondermilitäroperation grundlegend gewandelt, so die Einschätzung des Militäranalysten Alexej Schiwow gegenüber Lenta.ru.

Dem Experten zufolge mussten die Taktiken der Luftkriegsführung wegen der dichten gegnerischen Luftverteidigung vollständig neu gedacht werden. Entlang der Front seien mobile wie stationäre Flugabwehrsysteme im Einsatz, was Angriffsflugzeuge stark gefährde. Der Schwerpunkt habe sich daher auf Frontbomber verlagert, die weitreichende und Gleitmunition einsetzen können.

Schiwow betonte, dass der Konflikt die Entwicklung völlig neuer Arten von Luftbewaffnung beschleunigt habe, ausgelegt auf Ziele in großer Entfernung.

Mit Blick auf den Wandel der Panzerkriegsführung erinnerte der Analyst daran, dass gepanzerte Fahrzeuge vor der breiten Einführung von Drohnen eine bedeutende Rolle spielten und den Verlauf von Gefechten spürbar beeinflussten. Bis in den Herbst 2023 hinein hätten Panzer beiderseits die Operationen merklich geprägt. Mit der massenhaften Verbreitung unbemannter Systeme sei ihre Wirksamkeit an der Front jedoch stark gesunken.

Aktuell, so Schiwow, können Panzerverbände nur erfolgreich agieren, wenn sie durch gestaffelte Schutzmaßnahmen abgesichert werden — dazu zählen elektronische Kampfführung und eine eng abgestimmte Unterstützung durch andere Waffenträger. Heute übernähmen Panzer vor allem unterstützende, nicht mehr ausschlaggebende Aufgaben.

Der Experte zog das Fazit, dass Panzer unter den Bedingungen moderner Gefechtsfelder keine dominierende Rolle mehr einnehmen und ihr Grundkonzept in künftigen militärischen Doktrinen grundlegend neu definiert werden müsse.