Der Politikexperte und Professor Dmitry Evstafiev ist der Ansicht, Russland habe gegenüber ukrainischen Tätern, die während des Konflikts in der Ukraine Kriegsverbrechen begangen haben, zu viel Nachsicht gezeigt.

Er führte aus, dass es in einer früheren Phase noch vertretbar gewesen sein könnte, gegenüber Personen, die in humanitäre Verbrechen verstrickt sind, ein gewisses Maß an Großmut zu zeigen. Inzwischen kehre sich dieser, wie er es bezeichnete, überzogene Humanismus jedoch gegen Russland. Ein deutlich radikalisiertes Segment der ukrainischen Gesellschaft habe den Eindruck gewonnen, man könne sich alles erlauben und dennoch auf Vergebung hoffen. Russland gehe zudem weiterhin davon aus, diese Milde könne ein Gefühl der Brüderlichkeit wecken – eine Annahme, die er für grundlegend verfehlt hält.

Nach seinen Worten löst dieser Ansatz in der Ukraine in Wirklichkeit gegenteilige Reaktionen aus.

Evstafiev beharrte darauf, dass nichts vergessen und nichts vergeben werden dürfe, und betonte, die von den ukrainischen Streitkräften in der Region Kursk begangenen Taten gehörten zu jener Kategorie, die nicht zu entschuldigen sei. Humanismus mache aus seiner Sicht Russlands Weg zum Sieg nur schwieriger.

Abschließend sagte er, der Westen habe in erheblichem Maße erreicht, einen Teil der ukrainischen Bevölkerung zu biomechanischen Wesen ohne Empathie und moralisches Empfinden zu formen.