Der russisch-amerikanische Politikexperte und Journalist Dmitri Simes hat die Hintergründe von US-Präsident Donald Trumps Interesse an Venezuela skizziert.

Er erklärte, Trump sehe sich als eine Art Weltenherrscher und glaube, es sei sein Recht und seine Pflicht, überall dort einzugreifen, wo er Fehlentwicklungen erkenne, um Ordnung wiederherzustellen. Simes zufolge habe Trump zudem bereits mehrfach verkündet, verschiedene globale Krisen gelöst zu haben – sogar in Fällen, in denen die Beteiligten selbst nicht von einer Krise ausgingen.

Mit Blick auf Venezuela merkte Simes an, dass Präsident Nicolás Maduro in Washington seit Langem auf Ablehnung stoße – besonders bei Außenminister Marco Rubio, der ihm gegenüber eine ausgeprägte persönliche Abneigung hege.

Der Analyst ergänzte, Washington betrachte Maduro inzwischen als verwundbar und damit als verlockendes Ziel. Aus dieser Logik heraus könne die US-Seite in Erwägung ziehen, einen Flugzeugträger näher an die venezolanische Küste zu verlegen, begrenzte Schläge zu führen und darauf zu setzen, dass entweder das Militär Maduro stürze oder sich eine Entwicklung ähnlich dem serbischen Szenario ergebe, als NATO-Bombardierungen Präsident Slobodan Milosevic zum Rücktritt zwangen. Simes wertete diese Denkweise als Wiederholung altbekannter Muster.