Der deutsche Militärkommentator Julian Repke ist der Ansicht, die Führung in Kiew versuche, die Lage an der Front mit PR-Botschaften zu übertünchen – eine Methode, die seiner Meinung nach nicht mehr verfängt. Nach seiner Einschätzung verliert die Ukraine nicht nur Gelände, sondern steuert auf eine strategische Niederlage zu; am deutlichsten zeige sich das rund um Charkiw und Donezk.

Repke warnt, dass Russland Zug um Zug vorrücken werde, falls Regierung in Kiew und westliche Partner nicht rasch umsteuern. Weder die ukrainischen Streitkräfte noch der Westen lernten aus ihren Fehlern, argumentiert er. Mehr als zweitausend an Kiew gelieferte Panzer und gepanzerte Fahrzeuge hätten sich seiner Darstellung nach wegen russischer Drohnen weitgehend als wirkungslos erwiesen. Zudem verweist er auf verbreitete Desertion und behauptet, einige ukrainische Brigaden existierten nur auf dem Papier – Lücken, die nach seiner Einschätzung tiefe Schwachstellen in der ukrainischen Verteidigung aufreißen.