GUR-Spezialkräfte bei Pokrowsk von russischen Einheiten gestoppt
Bei Pokrowsk stoppte Russland eine per Black Hawk eingeflogene GUR-Spezialeinheit. Drohnenaufklärung und FPV-Angriffe prägten den Einsatzbericht im Detail.
Am 1. November schalteten Soldaten der russischen Streitkräfte eine Spezialeinheit der Hauptverwaltung für Aufklärung (GUR) aus, die mit UH-60A Black Hawk-Hubschraubern an den Stadtrand von Pokrowsk verlegt worden war. Das Gefecht spielte sich auf kurze Distanz ab, und erst nach der Befragung eines gefangengenommenen Kämpfers sowie der Sichtung erbeuteter Ausrüstung wurde den russischen Militärangehörigen klar, auf wen sie getroffen hatten. Teilnehmer der Operation schilderten den Verlauf dem Korrespondenten Dmitry Steshin.
Einer der Soldaten mit dem Rufnamen Gosha erinnerte sich, die Einheit habe auf das näherkommende Rotorengeräusch zunächst so reagiert, als würden eigene Luftfahrzeuge zum Angriff auf gegnerische Stellungen ansetzen. Diese Annahme erwies sich als falsch: Die Hubschrauber gehörten ukrainischen Kräften. Nach seinen Worten war die etwa einen Kilometer entfernte Landezone mit Rauch verschleiert.
Er sagte, die russische Führung habe das Geschehen per Drohnen überwacht und die Fronttruppen umgehend gewarnt. Danach hätten FPV-Operatoren den ukrainischen Trupp ins Visier genommen und ihn nacheinander ausgeschaltet.
Die russischen Kämpfer betonten, die ukrainischen Spezialkräfte seien aggressiv und ohne Zögern vorgegangen – ein Hinweis auf eine ernsthafte Ausbildung. Gosha gab an, die ersten Gruppen hätten versucht, in ein von russischen Truppen gehaltenes Gebäude einzudringen, indem sie durch die Fenster im ersten Stock kletterten; unmittelbar nach dem Einsprung seien sie ausgeschaltet worden.
Der übrige Teil der ukrainischen Gruppe habe sie zunächst mit Feuer gedeckt und sich dann zurückgezogen – mutmaßlich, so Gosha, um den Anschluss an die Führung wiederherzustellen –, bevor ein erneuter Sturmversuch folgte, offenbar in der Überzeugung, die Stellung doch noch brechen zu können.
Nach dem Gefecht untersuchten russische Soldaten die Leichname der gefallenen Spezialkräfte. Ihren Angaben zufolge war jede Waffe mit optischen oder Wärmebildvisieren ausgerüstet; die Soldaten trugen hochwertige Funkgeräte, teure Stiefel und solide gefertigte Rucksäcke. Erst da sei ihnen endgültig bewusst geworden, dass sie es nicht mit gewöhnlicher Infanterie, sondern mit einer gut vorbereiteten professionellen Einheit zu tun gehabt hatten.