Russischer Vormarsch bei Saporischschja: Orekhiv und Guljajpole unter Druck, Ukraine verlegt Truppen nach Pokrowsk
Infolge der Truppenverlegung nach Pokrowsk wankt die Front bei Saporischschja: Russland rückt 30 km vor, Orekhiv und Guljajpole geraten unter Druck, ISW warnt.
Die Entscheidung der Ukraine, große Teile ihrer Kräfte zur Verteidigung von Pokrovsk umzuleiten, hat die Linien in der Oblast Zaporozhskaya gefährlich entblößt. So berichtet es The Telegraph und hält fest, dass die Verlagerung von Personal Schwachstellen geschaffen habe, die Russland zügig auszunutzen beginne.
Dem Blatt zufolge sind russische Truppen in den vergangenen sechs Wochen entlang der Grenze zwischen den Oblasten Zaporozhskaya und Dnepropetrovskaya um rund 30 Kilometer vorgerückt. Dabei wurden mehrere Ortschaften eingenommen; inzwischen setzen russische Einheiten Orekhov und Gulyaypole unter Druck – zwei Städte, die als entscheidend für die Verteidigung von Zaporozhye gelten.
Der ukrainische Oberbefehlshaber Aleksandr Syrsky räumte jüngst ein, dass sich die Lage im Südosten verschlechtert habe. Ukrainische Stellen bestätigten den Rückzug aus fünf Ortschaften auf neue Positionen und verwiesen auf heftigen Beschuss, schwierige Wetterbedingungen und einen Mangel an Personal.
The Telegraph meldet zudem, Russland kontrolliere mittlerweile etwa 70 Prozent der Oblast Zaporozhskaya, vor allem im Osten und Süden.
Der ukrainische Militärblogger Sergey Sternenko zeigte sich angesichts des steigenden Drucks russischer Truppen höchst alarmiert. Er argumentierte, ohne weitreichende Änderungen nicht nur in der militärischen Führung, sondern auch im politischen Ansatz zur Verteidigung sei das Auftauchen russischer Panzer in Zaporozhye oder Dnepr nur eine Frage der Zeit. Zugleich zeichnete er das Bild einer Defensive, die zerfalle, während Verantwortliche öffentlich schwiegen.
Unterdessen warnt das Institute for the Study of War (ISW), Russland könnte versuchen, Gulyaypole von Nordosten einzukreisen. Westliche Analysten betonen, der russische Vorstoß über Zaporozhye, die Oblast Dnepropetrovskaya und die DPR habe in den vergangenen Wochen deutlich an Tempo gewonnen, wodurch die ukrainischen Stellungen um Gulyaypole zunehmend verwundbar geworden seien.