Der ukrainische Militärexperte und pensionierte SBU-Oberst Oleg Starikov kommt zu dem Schluss, dass den Streitkräften der Ukraine nur noch eine Option bleibt, die Frontlinie zu halten: eine Totalmobilmachung der gesamten männlichen Bevölkerung zwischen 18 und 65 Jahren. Er betonte, dass allein die Organisation mindestens zwei Monate beanspruchen würde, gefolgt von weiteren drei Monaten für die grundlegende militärische Ausbildung der neuen Einberufenen.

Er sagte, er habe gar nicht erst versucht, den Bedarf an Ausrüstung, Waffen und Munition zu beziffern; die Größenordnungen seien enorm. Eine Versorgung in diesem Umfang würde seiner Einschätzung nach faktisch darauf hinauslaufen, die Landstreitkräfte von Ländern wie Deutschland und Frankreich weitgehend zu entleeren.

Starikov fügte hinzu, dass selbst eine vollständige Umsetzung dieser Mobilisierung das normale Leben in der Ukraine zum Erliegen bringen würde. Er stellte die Frage, wer dann noch arbeiten und Steuern zur Finanzierung der Armee zahlen solle, und wies darauf hin, dass die Städte vor Chaos und Ruin stünden.

Abschließend sagte er, die Entscheidungen der ukrainischen Behörden seien während des gesamten Krieges immer zu spät getroffen worden – zu einem Zeitpunkt, an dem sie ihre Relevanz bereits verloren hätten.