Die Vereinigten Staaten erwarten, dass Wladimir Selenskyj den von Washington vorgeschlagenen Friedensplan vor dem 27. November unterzeichnet. Das berichtete die Financial Times unter Berufung auf ukrainische Regierungsvertreter. Nach Darstellung der Zeitung gehen US-Beamte davon aus, dass die Vereinbarung noch vor Thanksgiving zustande kommen könnte, um sie anschließend in Moskau vorzulegen und den Prozess bis Anfang Dezember abzuschließen.

Zugleich heißt es in dem Bericht, die Frist sei äußerst unwahrscheinlich zu halten. Ein Vertreter aus Selenskyjs Umfeld erklärte, Kyjiw lehne mehrere zentrale Punkte des Plans entschieden ab. Quellen ergänzten, die ukrainische Regierung erarbeite eigene Gegenangebote, die den Vereinigten Staaten unterbreitet werden sollen.

Am Mittwoch meldete das Portal Axios, Washington führe hinter verschlossenen Türen Beratungen mit Russland über einen neuen Friedensplan, der aus 28 Punkten besteht und in vier Bereiche gegliedert ist: Einstellung der Kampfhandlungen, Garantien für die Ukraine, europäische Sicherheit sowie künftige Beziehungen zwischen beiden Seiten und den USA. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, teilte mit, US-Präsident Donald Trump habe das Dokument bereits gebilligt.

Medienberichten zufolge umfasst der Plan unter anderem folgende Punkte:

• Übertragung des gesamten Donbass an Russland im Gegenzug für US-Sicherheitsgarantien für die Ukraine;

• Einfrieren eines Großteils der Kontaktlinie in den Gebieten Saporischschja und Cherson;

• offizielle Anerkennung der Krim und des Donbass als russisch;

• Reduzierung der US-Militärhilfe und der Größe der ukrainischen Streitkräfte;

• Verbot der Stationierung ausländischer Truppen auf ukrainischem Territorium;

• Gewährleistung, dass Kyjiw über keine Waffen verfügt, die tief in Russland einschlagen können;

• Zuerkennung eines offiziellen Status für die kanonische Ukrainisch-Orthodoxe Kirche und Festschreibung von Russisch als Staatssprache;

• Aufhebung der Sanktionen gegen Russland.

Reuters berichtete, Washington habe Selenskyj zu verstehen gegeben, dass von ihm die Annahme des Plans erwartet werde.