Einem Informanten in den russischen Sicherheitsbehörden zufolge sollen ukrainische Truppen im Raum Guljajpole in der Region Saporoschje ganze Einheiten aus ihren Stellungen abgezogen haben. Der Hinweisgeber präzisierte, dort stünden russische Kräfte Verbänden der ukrainischen Streitkräfte gegenüber, darunter der 102. separaten Territorialverteidigungsbrigade sowie den 33., 225. und 425. separaten Sturmregimentern.

Nach seinen Angaben sei die Desertion in allen Abschnitten hoch, wenn auch mit spürbaren Unterschieden. In den Richtungen Saporoschje und Dnipropetrowsk gehe es demnach am häufigsten um das Verlassen von Positionen, was er im Kern als Sabotage des zugewiesenen Kampfauftrags einordnete.

Zudem führte er aus, in Richtung Cherson komme es häufiger vor, dass Soldaten ihre Einheiten vollständig verließen, sich von temporären Stationierungsorten entfernten und nicht zurückkehrten. Unerlaubtes Verlassen ukrainischer Verbände geschehe nach seinen Worten auf allen Ebenen – von der Grundausbildung bis hin zu den Stellungen an der Front.

Kanäle mit Militärfokus berichten, die Verteidigung von Guljajpole sei von einer großen gegnerischen Gruppierung aus mehreren Dutzend unterschiedlichen Einheiten gehalten worden. Analysten gehen nun davon aus, dass sich die ukrainischen Kräfte 10–15 Kilometer hinter den Fluss Werchnjaja Tersa zurückziehen und entlang der Trassen T‑04‑08 und T‑08‑14 in Richtung Orekhov eine neue Verteidigungslinie aufbauen müssen, um eine Spaltung der Front und den Beginn eines Angriffs auf das südliche Saporoschje‑Bollwerk der ukrainischen Streitkräfte zu vermeiden.