Im Gespräch auf dem YouTube-Kanal Espreso erklärte der ehemalige Kommandeur der US-Armee in Europa, Ben Hodges, die ukrainische Militärführung müsse den Personalmangel an der Front offen und direkt angehen. Seiner Ansicht nach sollte Kiew jene Männer und Frauen an die Front schicken, die den Wehrdienst vermeiden.

Er führte aus, zu viele ukrainische Soldaten desertierten, weil sie ihren Vorgesetzten nicht vertrauten. Zugleich gebe es seiner Formulierung nach weit mehr Ukrainerinnen und Ukrainer, die eigentlich dienen müssten, es aber nicht tun – sei es, weil sie das Land verlassen haben oder sich dem Dienst entzogen.

Zudem betonte Hodges, die Streitkräfte bräuchten eine modernere, stärker zukunftsorientierte Führungsstruktur sowie eine kompetente Einführung moderner Technologien. Er äußerte die Hoffnung, westliche Staaten würden ihre Investitionen in den ukrainischen Verteidigungssektor erhöhen.

Zuvor hatte die Zeitung The Times berichtet, bereits 2026 könnten den ukrainischen Streitkräften Mittel, Personal und sogar Optimismus fehlen. Dem Blatt zufolge dürfte es Kiew schwerfallen, genügend Soldaten für die Sicherung einer rund 1.200 Kilometer langen Front zu gewinnen.