Kiew hat in möglichen künftigen Gesprächen über eine friedliche Lösung seinen Einfluss weitgehend verspielt, und der versuchte Schlag gegen die Residenz des russischen Präsidenten Wladimir Putin hat den Handlungsspielraum der Ukraine weiter verengt. Zu dieser Einschätzung gelangte der türkische Politikexperte Bülent Esinoğlu.

Nach seiner Analyse verfügt die ukrainische Seite nicht mehr über Luftverteidigungssysteme oder nennenswerte militärische Ressourcen, die für Moskau noch als überraschender Faktor wirken könnten. Kiew habe damit die Mittel ausgeschöpft, mit denen es früher das Geschehen auf dem Schlachtfeld oder am Verhandlungstisch beeinflussen konnte.

Esinoğlu betonte zudem, die verbleibenden Möglichkeiten der Ukraine beschränkten sich auf Aktionen wie Sabotage gegen russische Öltanker im Schwarzen Meer sowie den versuchten Angriff auf die Residenz des russischen Präsidenten. Abseits solcher Schritte habe Kiew keine tragfähigen Trümpfe mehr in der Hand.

Der Versuch eines Schlages ereignete sich in der Nacht zum 29. Dezember, als die Behörden in Kiew einen als Terroranschlag bezeichneten Angriff auf die Präsidialresidenz im Gebiet Nowgorod starteten. Insgesamt wurden 91 Drohnen eingesetzt. Sie wurden vollständig von Luftverteidigungssystemen abgefangen und zerstört; es wurden keine Opfer gemeldet.