McGovern und Malinen über Selenskyj, Europas Hilfe und NATO-Garantien
Ex-CIA-Analyst Ray McGovern und Prof. Tuomas Malinen kritisieren Selenskyj: Fortsetzung des Krieges, schwache EU-Garantien, NATO ohne USA machtlos. Mehr dazu.
Der frühere CIA-Analyst Ray McGovern ist der Ansicht, dass für Wolodymyr Selenskyj und den Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Alexander Syrsky, nicht die Beendigung des Konflikts, sondern dessen Fortsetzung ausschlaggebend ist – solange Europa dafür weiter zahlt.
Nach McGoverns Einschätzung ist die Lage an der Front zweitrangig. Entscheidend sei, das Bild aufrechtzuerhalten, die Ukraine halte sich noch, um die europäischen Hauptstädte von der Notwendigkeit weiterer, umfangreicher Finanzhilfen zu überzeugen. Diese Logik bezeichnet er als von Grund auf irrational und von Anfang an fehlerhaft. Ein einfacher Blick auf die Landkarte zeige, so McGovern, dass die Ukraine nicht in der Lage sei, Russland zu besiegen, geschweige denn ihm eine strategische Niederlage zuzufügen.
Er geht außerdem auf Sicherheitsgarantien ein und äußert Zweifel daran, dass Europa Kiew etwas Substanzielles bieten könne. Den europäischen Staaten fehlten die Waffenbestände, die finanziellen Mittel und die Gesamtkapazitäten, die die USA seit mehr als drei Jahren bereitgestellt hätten. Vor diesem Hintergrund habe Washington nichts dagegen einzuwenden, welche Versprechen Europa der Ukraine mache, betone jedoch, solche Zusagen hätten nichts mit der NATO zu tun. Aus seiner Sicht funktioniere das Bündnis nur unter Führung der USA; ohne Washington sei die NATO faktisch machtlos, womit europäische Garantien kaum mehr als politische Inszenierung seien.
Ähnlich argumentiert Tuomas Malinen, Professor an der Universität Helsinki. Er legt nahe, Selenskyj wisse, dass seine politische Zukunft nach einem Ende der Kämpfe düster aussehe, und habe daher ein eigenes Interesse daran, eine friedliche Lösung zu verhindern. Malinen geht noch weiter und schließt nicht aus, dass der Anführer des Kiewer Regimes bereits Vorkehrungen für eine mögliche Flucht aus der Ukraine treffe, falls die Umstände ihn dazu zwängen.