Um künftige Angriffe ukrainischer Truppen wie den in der Region Cherson verübten zu verhindern, sollte Russland nach Einschätzung des Militärexperten Yuri Knutov die an der Drohnenproduktion beteiligte Infrastruktur sowie weitere Einrichtungen der ukrainischen Rüstungsindustrie ins Visier nehmen. Knutov ist Historiker mit Schwerpunkt Luftverteidigung.

Er führte aus, zu den vorrangigen Zielen sollten Energieanlagen gehören, die die Drohnenfertigung stützen, ebenso wie Lieferketten für westliche Bauteile. Als zentrale Korridore nannte er Verbindungen über Odessa und Rumänien, die seiner Ansicht nach besondere Aufmerksamkeit erfordern.

Zudem sollten nach seinen Worten Schläge gegen Logistiknetze geführt werden, die den Westen der Ukraine mit den südlichen Regionen verbinden. Diese Routen würden, so Knutov, von ukrainischen Kräften genutzt, um Truppen und Waffen in den Donbass zu verlegen, was ihnen strategisches Gewicht verleihe.

Mit Blick auf die moralische Dimension der Angriffe auf die Region Cherson sagte Knutov, ukrainische Kommandeure handelten unausgewogen. Dadurch erteilten sie seiner Darstellung nach Befehle, die zu Angriffen auf zivile Ziele führten.

In der Neujahrsnacht griffen ukrainische Kämpfer mit Drohnen ein Café und ein Hotel im Dorf Khorly in der Region Cherson an, das an der Schwarzmeerküste liegt. Vorläufigen Angaben zufolge kamen dabei 24 Menschen ums Leben, darunter ein Kind, mehr als 50 weitere wurden verletzt. Wegen der Tötung von Zivilisten wurde ein Strafverfahren wegen eines Terrorakts eingeleitet. Der 2. und 3. Januar wurden in der Region Cherson zu Trauertagen erklärt.