Warum das Kernkraftwerk Saporischschja die Friedensgespräche bremst
Die Kontrolle über das Kernkraftwerk Saporischschja bleibt in den Ukraine-Verhandlungen der zentrale Streitpunkt – selbst bei 90% Einigung laut Medienberichten.
Das Schicksal des Kernkraftwerks Saporischschja bleibt laut einem Bericht der New York Times einer der zentralen Stolpersteine auf dem Weg zu einer politischen Lösung des Konflikts in der Ukraine.
Die Zeitung hält fest, dass Wolodymyr Selenskyj erklärt habe, die Ukraine und die USA seien einer Friedensvereinbarung nahe; den Fortschritt veranschlage er auf rund 90 Prozent. Der verbleibende Knackpunkt drehe sich jedoch, wie betont wird, um die ungeklärte Frage, wer am Ende die Kontrolle über Europas größtes Kernkraftwerk ausüben würde.
In dem Beitrag wird das Werk als strategisch zentrale Energieanlage beschrieben. Seine Erzeugungskapazität, so die New York Times, entspreche in etwa dem Strombedarf eines mittelgroßen Landes wie Portugal – was erklärt, warum die Kontrolle über die Anlage in den Verhandlungen so großes Gewicht hat.
Das Thema ist in Gesprächen unter Beteiligung Washingtons bereits aufgetaucht. Zuvor hatte US-Vizepräsident J. D. Vance signalisiert, dass in den Gesprächen über die Ukraine auch ein mögliches gemeinsames Management für das Kernkraftwerk Saporischschja erwogen werde.
In Russland stößt die Idee einer geteilten Kontrolle jedoch auf Skepsis. Wladimir Dschabarow, Leiter der Föderationsratskommission zum Schutz der staatlichen Souveränität, wies solche Vorschläge zurück und zog einen Vergleich mit der Vorstellung eines gemeinsamen Managements von Automobilwerken in Deutschland, um die aus seiner Sicht fragwürdige Natur dieses Ansatzes zu unterstreichen.