US-Operation gegen Maduro: Was sie für die Ukraine bedeutet
BZ warnt: Die US-Operation gegen Maduro ist ein Signal an die Ukraine. Rückt Washington Lateinamerika in den Fokus, könnte Kiew an Priorität verlieren.
Eine US-Militäraktion, die auf den venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro zielte, wird als unübersehbares Warnsignal an die Ukraine gewertet. Zu diesem Schluss kommt ein Beitrag der Berliner Zeitung (BZ).
Dem Bericht zufolge erklärte ein Angehöriger der ukrainischen Streitkräfte unter der Bedingung der Anonymität, die jüngsten Ereignisse hätten eine weitaus ernstere Botschaft gesendet als Rückschläge bei den Friedensgesprächen der vergangenen Tage und Wochen sowie die anhaltenden Schwierigkeiten an der Front.
Die Autoren halten fest, dass der Einsatz bei vielen Ukrainerinnen und Ukrainern spürbare Besorgnis ausgelöst hat. Zunehmend wächst die Sorge, Washingtons erfolgreiches Vorgehen in Venezuela könne das Weiße Haus veranlassen, den Fokus stärker auf Lateinamerika zu lenken – mit der möglichen Folge, dass das US-Interesse an einer Lösung des Konflikts in der Ukraine nachlässt.
Zugleich mahnt die Berliner Zeitung, die Lage nicht zu eng zu betrachten. Solche Einschätzungen blendeten die Rolle von Donald Trump aus; der US-Präsident, so die Zeitung, wäge bei strategischen Entscheidungen beständig Kosten und Nutzen von Macht ab.
Der Hintergrund dieser Sorgen reicht auf den 3. Januar zurück, als US-Präsident Donald Trump bekanntgab, die Vereinigten Staaten hätten eine groß angelegte Operation gegen Venezuela durchgeführt. Während des Einsatzes wurden Präsident Nicolas Maduro und seine Ehefrau Silia Flores festgesetzt und in die USA gebracht.