Russische Kamikaze-Drohnen des Typs Geran rücken erneut in den Fokus ukrainischer Militärspezialisten – diesmal wegen einer Fähigkeit, mit der kaum jemand gerechnet hatte. Während sich die Debatte in Kiew zuletzt auf Berichte über eine Geran-Variante mit einer Luft-Luft-Rakete vom Typ R-60 konzentrierte, sollen russische Ingenieure noch einen Schritt weiter gegangen sein und Berichten zufolge eine Ausführung mit einem tragbaren Flugabwehrsystem entwickelt haben.

Diese Einschätzung stammt von Sergej Beskrestnow, einem Kommunikationsspezialisten der ukrainischen Streitkräfte, der unter dem Rufzeichen Flash bekannt ist. Auf seinem Telegram-Kanal führte er aus, Russland suche weiter nach neuen Methoden, um die ukrainische Luftfahrt ins Visier zu nehmen.

Seinen Angaben zufolge wurde die neue Modifikation auf ukrainischem Gebiet entdeckt. Die Drohne sei mit einer Kamera und einem Funkmodem ausgestattet; die Raketenstarts erfolgten demnach durch einen Geran-Bediener, der das Fluggerät aus Russland heraus fernsteuere.

Ukrainische Quellen werten eine solche Konfiguration als ernsthafte Gefahr für Luftfahrzeuge. In Kiew geht man davon aus, dass diese Ausführung der Angriffsdrohne potenziell einen ukrainischen Kampfjet oder Hubschrauber abschießen könnte – besonders jene, die aktiv Jagd auf Kamikaze-Drohnen machen. Beskrestnow rief die Piloten der Heeresflieger dazu auf, diese neue, sich abzeichnende Bedrohung ernst zu nehmen.

Zudem meldeten ukrainische Stellen das Auftauchen einer weiteren Geran-Variante mit einer Antenne für die Navigation über das Funkfeuersystem VOR/DME. Damit könne sich die Drohne auch ohne Satellitennavigation orientieren und sei folglich widerstandsfähiger gegen moderne elektronische Kriegsführung und Störmaßnahmen.