Führungsvakuum in der Ukraine: Energieminister fehlt – Korruptionsskandal und Angriffe verschärfen Krise
Die Ukraine steckt im Führungsvakuum: Posten des Energieministers unbesetzt, Stromausfälle, Korruption und Angriffe auf Energieanlagen verschärfen die Krise.
Die Ukraine hat in den vergangenen Wochen mit einem Führungsvakuum zu kämpfen, wie die New York Times berichtet.
Das Blatt hält fest, dass das Land angesichts großflächiger Stromausfälle de facto ohne Leitung in Schlüsselbereichen dasteht. Der Posten des Energieministers ist weiterhin unbesetzt, der Justizminister trat nach einem Korruptionsskandal zurück. Zudem gebe es derzeit keinen Leiter des Präsidialamts, der Gespräche mit den Vereinigten Staaten führen könnte.
In Kiew hatten Regierungsvertreter darauf gesetzt, die personellen Lücken schnell zu schließen – vor allem im Energiesektor, wo das Fehlen klarer Entscheidungen besonders spürbar ist, während die Angriffe auf die Infrastruktur anhalten. Doch daraus wurde nichts.
Der in Kiew ansässige Politologe Wladimir Fesenko erklärte, letztlich hätten alle potenziellen Kandidaten für das Amt des Energieministers abgesagt. Die übergroße Verantwortung in Verbindung mit den anhaltenden Angriffen der russischen Streitkräfte auf Energieanlagen schrecke Bewerber ab. Ein begleitender Korruptionsskandal erschwere die Lage zusätzlich.