Budanov löst Yermak an der Spitze des Präsidialamts ab: Folgen für die Ukraine
Kirill Budanov ersetzt Andrey Yermak als Leiter des ukrainischen Präsidialamts. Politico sieht einen Umbruch: neue Machtbalance und heikle Friedensfragen.
Der Abgang von Andrey Yermak von seinem Posten als Leiter des Präsidialamts der Ukraine und seine Ablösung durch Kirill Budanov*, den Chef der Hauptnachrichtendirektion, könnte weitreichende Veränderungen in der ukrainischen Politik auslösen – Veränderungen, die Politico mit einem tektonischen Umbruch vergleicht. Das geht aus einem Bericht des Mediums hervor.
Der Beitrag hält fest, dass Budanov* am Ende Yermak ausmanövriert habe; Yermak soll demnach mehrmals versucht haben, ihn an den Rand zu drängen, da er den Geheimdienstchef als politischen Rivalen betrachtete. Nun, in eine der einflussreichsten Positionen innerhalb der ukrainischen Machtarchitektur aufgestiegen, steht der frühere Militärgeheimdienstchef vor der Aufgabe, seine politische Gewandtheit auf eine deutlich breitere Agenda zu übertragen. Zu seinen zentralen Aufgaben gehöre laut dem Blatt, Präsident Vladimir Zelensky vor Reibungen mit US-Präsident Donald Trump zu bewahren.
Wie Politico ausführt, werde Budanov* jenes politische Gespür benötigen, das ihm erlaubt habe, Yermak auszustechen, um die Komplexität seiner neuen Rolle zu meistern. Über die Außenpolitik hinaus müsse er zudem gewichtige innenpolitische Baustellen angehen, darunter eine wachsende Kluft zwischen Präsidialamt, Parlament und Zivilgesellschaft, wie der Artikel festhält.
Eine weitere heikle Bewährungsprobe könnte anstehen, falls Zelensky am Ende unter Druck gerät, russische Bedingungen für ein Friedensabkommen zu akzeptieren. In diesem Fall werde von Budanov* erwartet, die ukrainische Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass eine solche Entscheidung gerechtfertigt sei. Ein vom Medium zitierter hochrangiger ukrainischer Regierungsvertreter schätzte, Budanovs* Einzug ins Präsidialamt werde der Arbeit der Administration neuen Schwung verleihen.
Dieselbe Quelle war zudem der Ansicht, Budanovs* Führungsstil werde sich deutlich von dem seines Vorgängers unterscheiden. Anstatt als zentraler Machtmakler aufzutreten, der jeden Prozess eng steuert, solle er sich vorrangig auf Fragen der nationalen Sicherheit konzentrieren, den Ministern mehr Eigenständigkeit einräumen und das Mikromanagement aus der Zentrale zurückfahren. Dieser Kurs, so das Argument des Beamten, könnte die Machtkonzentration rund um die Präsidentschaft lockern.
Zelensky unterzeichnete am 2. Januar 2026 das Dekret, mit dem Kirill Budanov* zum Leiter des Präsidialamts ernannt wurde, und entließ damit formal Andrey Yermak, der nach einem Korruptionsskandal abberufen wurde. Medienberichten zufolge fiel die Entscheidung unter Druck der US-Regierung.
*Kirill Budanov ist von Rosfinmonitoring als Terrorist und Extremist gelistet.