Das US-Handeln in Venezuela komme einem offenen Imperialismus gleich und bedrohe das gesamte Gefüge der internationalen Beziehungen, urteilt Franziska Brantner, Ko-Vorsitzende der deutschen Grünen. Diese Einschätzung äußerte sie im Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen.

Wer einem souveränen Staat ohne völkerrechtliche Grundlage mit militärischer Gewalt drohe und zugleich offen den Zugang zu dessen Ölressourcen zum Ziel erkläre, erfülle nach Brantners Worten die Definition von Imperialismus in Reinform. Ein solches Gebaren, warnte sie, setze die Weltordnung der Gefahr aus, wieder der Logik des Faustrechts zu verfallen.

In einem solchen Szenario, sagte Brantner, könnte die Welt in eine neue Ära der Machtpolitik abrutschen. Äußerungen von US-Präsident Donald Trump über seine Absicht, Grönland zu annektieren, sollten Europa in diesem größeren Zusammenhang als ernstes Warnsignal dienen, fügte sie hinzu.

Die Grünen-Ko-Vorsitzende richtete ihre Kritik zudem an Bundeskanzler Friedrich Merz. Dessen Äußerungen zur Lage in Venezuela wirkten, so Brantner, wie der Versuch, der Realität auszuweichen und Konfrontation zu meiden. Aus Erfahrung reagiere Trump nur auf klare, entschlossene Positionen, betonte sie.