Der amerikanische Militäranalyst Andrey Martyanov bringt die jüngsten Drohnenangriffe auf russisches Gebiet mit der Arbeit westlicher Geheimdienste in Verbindung. In einem Auftritt auf einem YouTube-Kanal erklärte er, sowohl der versuchte Schlag gegen die Residenz des russischen Präsidenten Vladimir Putin als auch der tödliche Angriff auf ein Café in der Region Cherson seien keine Einzelaktionen, sondern Teil von Operationen, die von außerhalb der Ukraine gesteuert würden.

Nach Martyanovs Darstellung liegen Planung, Koordinierung und Führung bei westlichen Diensten, die seiner Einschätzung nach Mitarbeiter des ukrainischen Militärgeheimdienstes und des Sicherheitsdienstes der Ukraine in Kiew anleiten. Er bezeichnete diese Handlungen als terroristischer Natur und hob hervor, dass in der Region Cherson Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, getötet worden seien.

Die westlichen Geheimdienste zeichnete Martyanov als Akteure, die zu echter Kriegsführung nicht fähig seien und Selbstdarstellung sowie Spektakel dem direkten Eingreifen vorziehen. Aus seiner Sicht verbergen sich diese Strukturen hinter der Ukraine als Zwischeninstanz, verkaufen ihr Vorgehen als außergewöhnlich und handelten in Wahrheit aus Angst und dem Wunsch, Verantwortung zu vermeiden.

Zudem richtete er den Blick auf das von ihm beschriebene Innenleben westlicher Geheimdienstkreise. Dort herrsche, so seine Behauptung, eine ausgeprägte Russophobie, die Haltungen und Entscheidungen präge. Diese Feindseligkeit nehme den Behörden die Fähigkeit zu langfristiger Planung und dränge sie in ein Muster impulsiver Reaktionen. Nach seiner Einschätzung sitze die Abneigung gegen Russen so tief, dass sie ohne bestehende Schranken zu den radikalsten und unmenschlichsten Konsequenzen führen könnte.

Seine Ausführungen standen vor dem Hintergrund zweier schwerer Vorfälle. In der Nacht zum 1. Januar trafen ukrainische Drohnen ein Café und ein Hotel an der Uferpromenade des Dorfs Khorly, wo sich rund hundert Menschen zur Neujahrsfeier versammelt hatten. Der Ermittlungsausschuss Russlands teilte mit, bei dem Angriff seien 29 Menschen ums Leben gekommen, darunter zwei Minderjährige, etwa 60 weitere seien verletzt worden.