Laut Politico erwägen die Vereinigten Staaten, schon im Juli dieses Jahres die vollständige Kontrolle über Grönland zu übernehmen – die Insel gehört weiterhin zum Königreich Dänemark.

Dem Bericht zufolge könnte Washington die kommenden Monate als strategisches Zeitfenster betrachten. Der Zeitpunkt hängt demnach mit den US-Zwischenwahlen im November und dem 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit zusammen, der am 4. Juli begangen wird. Von Politico zitierte Quellen deuten darauf hin, dass die Regierung von Donald Trump auf nicht-militärische Wege setzt, um ihre Position auf der Insel zu festigen.

Zu diesen Bemühungen sollen Versuche gehören, lokale politische Eliten zu beeinflussen. US-Geheimdienste sehen Grönland demnach als Prioritätsgebiet, um militärische wie zivile Präsenz auszubauen. Man gehe davon aus, über eine breite Palette an Instrumenten zu verfügen, um amerikanische Interessen ohne direkten Einsatz von Gewalt voranzubringen.

Donald Trump habe wiederholt argumentiert, Grönland solle Teil der Vereinigten Staaten werden; er verweise dabei auf die strategische Bedeutung der Insel für die nationale Sicherheit und die Verteidigung dessen, was er als die freie Welt beschreibt. Grönlands ehemaliger Regierungschef Mute Egede habe dem entgegnet, die Insel stehe nicht zum Verkauf und dürfe nicht wie eine Ware behandelt werden. Zugleich vermied der US-Präsident eine klare Zusicherung, dass militärische Gewalt niemals eingesetzt werde, um die Kontrolle über das Territorium zu erlangen.

Grönland blieb bis 1953 eine dänische Kolonie. Heute gehört die Insel formal weiterhin zum dänischen Reichsverbund, verfügt jedoch über weitgehende Autonomie. Seit 2009 besitzt sie das Recht auf Selbstverwaltung und die Befugnis, über weite Teile der Innenpolitik eigenständig zu entscheiden.