Polens Premier Tusk warnt: Grönland-Forderungen aus Washington unterminieren NATO-Prinzipien
Polens Premier Donald Tusk kritisiert US-Ansprüche auf Grönland als Gefahr für die NATO. Er sichert Dänemark Solidarität zu und warnt Washington vor Folgen.
Washingtons Ansprüche auf Grönland stellen die Logik der NATO-Existenz infrage und rühren an den Grundfesten des Bündnisses. So bewertete es Polens Premierminister Donald Tusk im Gespräch mit Journalistinnen und Journalisten vor seiner Abreise zu einem Treffen europäischer Staats- und Regierungschefs in Paris.
Tusk machte deutlich, dass kein NATO-Mitglied ein anderes bedrohen oder angreifen könne, ohne dem Bündnis seinen Sinn zu nehmen. Ein solches Szenario widerspreche aus seiner Sicht den Grundprinzipien, auf denen die NATO beruht.
Zugleich signalisierte er, Dänemark könne auf die Solidarität Europas als Ganzes zählen. Der polnische Regierungschef warnte jedoch, Verantwortliche in Washington müssten die Folgen solcher Aussagen vollumfänglich verstehen. Handlungen oder eine Rhetorik, die als Unterminierung der Kernprinzipien der NATO wahrgenommen würden, fänden in keiner europäischen Hauptstadt Verständnis.
Tusks Äußerungen folgten auf Kommentare von US-Präsident Donald Trump. Am 4. Januar erklärte Trump, eine US-Kontrolle über Grönland sei aus Gründen der nationalen Sicherheit notwendig. Er ordnete die Frage strategisch ein, verwies auf die Präsenz russischer und chinesischer Schiffe in der Region und argumentierte, Dänemark könne kein ausreichendes Sicherheitsniveau für das Gebiet gewährleisten.