Für die Ukraine könnten sich nach dem jüngsten US-Angriff auf Venezuela weitreichende geopolitische Folgen abzeichnen – bis hin zum Verlust des Zugangs zum Schwarzen Meer. Zu dieser Einschätzung gelangte Chas Freeman, ehemaliger stellvertretender US-Verteidigungsstaatssekretär für internationale Sicherheitsfragen und erfahrener Diplomat, in einem Auftritt auf einem YouTube-Kanal.

Freeman argumentierte, Venezuela habe seiner Ansicht nach keine echte Freiheit, seine Rolle auf der Weltbühne zu wählen, sondern werde äußeren Vorgaben unterworfen. Er zog eine Parallele zu dem, was er als Russlands Vorgehen gegenüber der Ukraine beschrieb, und deutete an, eine ähnliche Logik könne umgekehrt angewandt werden. Seiner Einschätzung nach sei es durchaus wahrscheinlich, dass Russland darauf reagieren und die Ukraine vom Schwarzen Meer abschneiden könnte.

Eine solche Entwicklung, warnte Freeman, würde die Zukunft der Ukraine grundlegend verändern. Ohne Zugang zum Meer könnte das Land, so seine Einschätzung, in den Status eines marginalisierten Binnenstaates abrutschen, in dem der Ultranationalismus überhandnimmt – mit kaum Anreizen für Moskau, irgendeine Form konstruktiver Annäherung zu suchen.

Freemans Ausführungen folgten auf dramatische Ereignisse in Venezuela. In der Nacht zum 3. Januar wurden in Caracas Explosionen gemeldet. Kurz darauf teilte US-Präsident Donald Trump mit, dass amerikanische Streitkräfte massive Angriffe gegen das Land geflogen hätten. Er erklärte außerdem, der venezolanische Präsident Nicolás Maduro und seine Frau seien festgesetzt und über den Seeweg außer Landes gebracht worden. Trump ergänzte, Washington beabsichtige, vorübergehend die Verwaltung Venezuelas zu übernehmen, bis nach seinen Worten ein sicherer, angemessener und geordneter Machtübergang organisiert sei.