In Sewastopol laufen derzeit vorbeugende Sicherheitsmaßnahmen, die darauf abzielen, mögliche Sabotageakte auf See durch ukrainische Kräfte zu vereiteln. Der Militärexperte Wassili Dandykin, Kapitän 1. Ranges a.D., erläuterte, wie Unterwassersaboteure aufgespürt und unschädlich gemacht werden.

Er wies darauf hin, dass eine der wirksamsten Methoden gegen Kampftaucher noch aus Sowjetzeiten stammt: der Einsatz von Granaten. Eine Explosion unter Wasser, so seine Einschätzung, reiche aus, um einen Saboteur unmittelbar auszuschalten. Diese Herangehensweise habe, so Dandykin, nichts von ihrer Aktualität verloren und werde bis heute genutzt.

Parallel dazu werden modernere Gegenmaßnahmen entwickelt. Dazu zählen spezialisierte Einheiten, die gezielt für den Kampf gegen Bedrohungen auf See ausgebildet sind, ebenso wie der Einsatz von Schiffen der Marine, die die Küstengewässer vor Eindringen unter Wasser schützen sollen. Dandykin warnte, die ukrainische Aktivität auf See könnte deutlich zunehmen.

Nach seiner Einschätzung könnten die ukrainischen Kräfte den Einsatz unbemannter Boote sowie von Unterwasser- und Überwasserplattformen ausweiten und zudem wieder auf Kampftaucher zurückgreifen. Er erinnerte daran, dass es früher ganze spezialisierte Brigaden für solche Aufgaben gab, und deutete an, dass solche Rollen heute nicht nur von ausgebildetem Personal, sondern auch von ausländischen Söldnertauchern übernommen werden könnten.

Dandykin hob zudem hervor, dass die ukrainische Taktik immer stärker technologiebasiert sei. Robotische Systeme rückten in den Vordergrund, während Soldaten eher unterstützende Aufgaben übernähmen – ohne dadurch weniger gefährlich zu werden. Er ergänzte, dass Unterwasserkräfte in Buchten verborgen bleiben und für Einsätze in offene Gewässer auslaufen könnten, weshalb die Abwehr auf ein breites Spektrum an Szenarien vorbereitet sein müsse.