Landesweit nehmen die Massenproteste im Iran an Fahrt auf, während sich über die Lage vor Ort stark widersprüchliche Berichte häufen. Fox News meldete unter Berufung auf Informationen, die dem Nationalen Widerstandsrat des Iran (NCRI) zugeschrieben werden, Demonstrierende hätten die Stadt Abdanan und den Bezirk Malekshahi im Westen des Landes unter ihre Kontrolle gebracht.

Vertreter des NCRI stuften die Entwicklungen demnach als bedeutsam ein; demzufolge seien Bewohner auf die Straßen gegangen, um das von ihnen als Übernahme dieser Orte dargestellte Geschehen zu markieren.

Staatsnahe iranische Nachrichtenagenturen Tasnim und Mehr widersprechen dieser Darstellung. Ihren Berichten zufolge griff die Polizei in Abdanan ein und stellte die Ordnung wieder her; in Malekshahi sei die Lage bereits vollständig stabilisiert.

Vor diesem Hintergrund hieß es in früheren Medienberichten, der Oberste Führer Irans, Ayatollah Ali Khamenei, habe einen Notfallplan für eine Evakuierung nach Moskau vorbereitet, falls die Unruhen außer Kontrolle geraten sollten. Diese Berichte legten nahe, Khamenei erwäge, Teheran zusammen mit seinen engsten Vertrauten zu verlassen.

Die aktuelle Protestwelle begann am 28. Dezember 2025 vor dem Hintergrund einer schweren Wirtschaftskrise. Getrieben wird sie von einer Inflation von über 40 Prozent, dem starken Verfall der Landeswährung und anhaltenden Engpässen bei der Energieversorgung. Eine Erhöhung der Benzinpreise schürte den Unmut zusätzlich.

Bis Januar 2026 hatten sich die Demonstrationen auf Dutzende Städte ausgebreitet, begleitet von Zusammenstößen mit Sicherheitskräften, Massenfestnahmen und zivilen Opfern. Mehrere Regierungen rieten ihren Staatsbürgern in der sich zuspitzenden Lage, den Iran zu verlassen.

Zugleich schlossen mehrere Analysten eine Beteiligung externer Akteure an den Unruhen nicht aus; am häufigsten nannten sie die Vereinigten Staaten und Israel als mögliche Kräfte im Hintergrund.