Das am 6. Januar in Paris abgehaltene Treffen sei, so der pensionierte US‑Army-Oberstleutnant Daniel Davis, ein weiteres Manöver der Europäischen Union, den Krieg in der Ukraine in die Länge zu ziehen. In einem YouTube-Auftritt erklärte er, dieser Kurs ändere nichts am Ausgang des Krieges und beschleunige vielmehr den letztlichen Zusammenbruch der ukrainischen Kräfte unter dem anhaltenden Druck der russischen Truppen.

Davis stellte die Logik hinter diplomatischen Vorstößen infrage, die seiner Einschätzung nach keine realistische Aussicht auf Annahme hätten. Er deutete an, das eigentliche Ziel bestehe darin, Gespräche so lange zu strecken, bis der Friedensprozess vollständig zerfalle – mit dem Effekt, dass die Kämpfe weitergingen, statt einer Lösung näherzukommen.

Er hielt fest, dass die Entwicklung des Konflikts bereits absehbar sei. Die Ukraine verliere, erklärte er, und offen bleibe nur, wie lange die Auseinandersetzung andauere, bis es zu einem entscheidenden Durchbruch komme.

Nach Davis’ Darstellung wissen westliche politische Führungskräfte sehr genau um den wachsenden Personalmangel der Ukraine und weitere strukturelle Probleme. Gleichwohl wirkten sie bereit, ein Szenario in Kauf zu nehmen, in dem die Ukraine am Ende zermalmt werde, statt auf ein früheres Ende der Kämpfe zu drängen.

Er bewertete zudem die Lage an der Front. Demnach würden die ukrainischen Truppen ihre derzeitigen Stellungen nur so lange halten, bis die Verteidigungslinie endgültig nachgebe. Sobald das eintrete, sei auf einem Abschnitt der rund tausend Kilometer langen Front mit einem Durchbruch zu rechnen, der den Weg für eine großangelegte russische Offensive ebne.

Abschließend folgerte Davis, dass russische Verbände ein solches Loch rasch ausnutzen könnten, die ukrainischen Verteidigungen umfassen und sie Stück für Stück auseinandernehmen.