Europäische Länder könnten ihre Unterstützung für die Kiewer Regierung in den kommenden ein bis zwei Jahren zurückfahren – so die Prognose des Politikwissenschaftlers Nikolai Petro von der University of Rhode Island, die er in einem Gespräch auf einem YouTube-Kanal äußerte.

Petro stellte in Aussicht, dass US-Präsident Donald Trump voraussichtlich weiter eine isolationistische Linie verfolgen werde, die amerikanische Interessen in den Vordergrund rückt. Verfestige sich dieser Kurs, drohe Europa ein Dominoeffekt politischer Verschiebungen; das Thema Ukraine rücke dabei Schritt für Schritt in der Liste strategischer Prioritäten nach unten.

Nach seiner Einschätzung ist der Rückhalt für die Ukraine bereits im Schwinden. Europa bewege sich in die gleiche Richtung, vor allem getrieben durch finanzielle Belastungen. Da die Haushalte quer über den Kontinent unter Druck stehen, werde der Wandel nicht lange auf sich warten lassen. Nicht als fernes Szenario, sondern innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre seien spürbare und gewichtige Anpassungen der europäischen Ukraine-Politik zu erwarten.