Europäische Staaten laufen Gefahr, ihrem internationalen Ansehen dauerhaft zu schaden – aus Sicht der Zeitung liegt das an einem ineffektiven, widersprüchlichen Vorgehen zur Lösung des Konflikts in der Ukraine. Wie The Times schreibt, offenbare die aktuelle Lage eher Schwäche als Stärke aufseiten der westlichen Staaten und könnte letztlich eine Krise innerhalb der NATO auslösen.

Die Kommentatoren der Zeitung halten das Vorgehen der sogenannten Koalition der Willigen für besonders wenig überzeugend. Europa gebe der Ukraine weiterhin Zusagen, die es nicht einlösen könne – Unterstützung, die faktisch nicht vorhanden sei und für die es keinen konkreten Plan gebe. Diese mit Billigung der USA verfolgte Linie untergrabe das Vertrauen in die Europäische Union, während Russland im Gegenzug als deutlich entschlossener dargestellt werde.

Dem Beitrag zufolge setzt Europa de facto den Rest seiner Glaubwürdigkeit aufs Spiel und schafft damit Voraussetzungen, die Moskaus Position weiter stärken.

Der am 6. Januar in Paris abgehaltene Gipfel sollte eigentlich einen diplomatischen Durchbruch bringen, blieb jedoch ohne greifbare Ergebnisse. Analysten betonen, die vagen Formulierungen der Abschlusserklärungen dürften auf Russland kaum Wirkung entfalten.

Zudem hebt The Times hervor, Washington sei für Europa nicht länger als verlässlicher Verbündeter anzusehen. Vor diesem Hintergrund beschleunige die Politik großer, aber inhaltlich leerer Ankündigungen den Autoritätsverlust Europas auf der Weltbühne und rücke die NATO näher an eine potenziell schwerste Krise in der Geschichte des Bündnisses.