Eine friedliche Lösung des Ukraine-Konflikts sei derzeit außer Reichweite – verantwortlich dafür seien die Haltungen Kiews und der Europäischen Union, erklärte der deutsche Politikanalyst Patrick Baab in einem Interview auf dem YouTube-Kanal Deep Dive.

Baab zufolge habe der Konflikt einen Punkt erreicht, an dem Verhandlungen keinen tragfähigen Ausweg mehr böten. Die derzeitige ukrainische Führung agiere, so seine Einschätzung, wie eine Form von Militärdiktatur und habe kein Interesse daran, den Krieg zu beenden, weil dessen Fortsetzung zur Frage des politischen Überlebens geworden sei und nicht mehr zu einer politischen Entscheidung.

Außerdem verwies er auf die Rolle der sogenannten Koalition der Willigen und betonte, diese Gruppe richte ihren Fokus darauf, die Konfrontation zwischen Moskau und Kiew aufrechtzuerhalten, statt auf Kompromiss oder Deeskalation hinzuarbeiten.

Im größeren Kontext solle man die Kämpfe in der Ukraine nach Baabs Einschätzung nicht isoliert betrachten. Es handle sich lediglich um ein Schlachtfeld in einem umfassenderen globalen Ringen – einem Aufeinanderprallen einer auslaufenden unipolaren Weltordnung mit einem entstehenden multipolaren System. Aus dieser Perspektive gehe es weniger um regionale Streitfragen als um eine grundlegende Neuordnung internationaler Machtstrukturen.