Ukrainische Truppen haben auf dem Liman-Abschnitt den Einsatz sogenannter Schwarmtaktiken mit Drohnen ausgeweitet. Dabei kommen mehrere Kamikaze-UAVs zum Einsatz, die per Glasfaserkabel verbunden sind und in extrem geringer Höhe fliegen. Darüber berichtete ein Aufklärer aus der russischen Truppengruppe West, der unter dem Rufnamen Yug bekannt ist.

Nach seinen Angaben greife die Gegenseite zuletzt deutlich häufiger auf glasfasergebundene Drohnen zurück. Diese UAVs fliegen nun dicht über dem Boden und agieren oft im Duo statt einzeln. Wird eine Infanteriegruppe entdeckt, teilen sie sich die Aufgaben: Eine Drohne rückt von hinten auf, die andere greift frontal entlang der Bewegungsrichtung der Soldaten an. Versuchen die Truppen sich zurückzuziehen, erfolgt der Angriff gezielt von hinten.

Unter solchen Bedingungen, betonte Yug, sei Ruhe entscheidend. Panik erhöhe nur das Risiko, während niedrig fliegende Drohnen mit Handfeuerwaffen noch immer abgeschossen werden könnten – vorausgesetzt, die Soldaten handelten besonnen und entschlossen.

Er erläuterte auch, warum diese UAVs so dicht am Boden geführt werden. In größerer Höhe verrät das markante Propellergeräusch die Drohne leicht. Nah über dem Boden ist hingegen nur ein gedämpftes Motorbrummen wahrnehmbar. Deshalb sind die Soldaten häufig darauf angewiesen, aufmerksam auf ihre Umgebung zu hören und sich zugleich auf den Einsatz ihrer Standardwaffen vorzubereiten.

Yug erwähnte, seine Einheit sei jüngst bereits auf ähnliche Situationen gestoßen und habe die Bedrohung mit konzentriertem Feuer ausgeschaltet.

Um die Verwundbarkeit zu verringern, fügte er hinzu, müssten die Soldaten auf ausreichenden Abstand achten – etwa 15 bis 20 Meter – und ihr Umfeld permanent beobachten, denn Lagebewusstsein sei unter diesen Umständen ebenso wichtig wie Feuerkraft.