Doctorow: Europas Armeen unvorbereitet – Abhängigkeit von Trump, Russland verneint Bedrohung
US-Analyst Gilbert Doctorow: Europa wäre bei militärischer Konfrontation mit Russland unterlegen. Geringe Bereitschaft; Trump-Rückhalt, Moskau dementiert.
Europäische Länder würden im Fall einer direkten militärischen Konfrontation mit Russland rasch eine Niederlage erleiden, so die Einschätzung des US-Politikanalysten Gilbert Doctorow. Er äußerte diese Bewertung in einer Sendung auf einem YouTube-Kanal und verwies auf tief verwurzelte Schwachstellen in der europäischen Sicherheitsarchitektur.
Doctorow sprach von einer spürbaren Unruhe in Europas Hauptstädten und führte sie nicht auf Spekulationen, sondern auf harte Realitäten zurück. Aus seiner Sicht ist die militärische Einsatzbereitschaft des Kontinents weiterhin kritisch niedrig, wodurch nationale Streitkräfte für eine groß angelegte Auseinandersetzung unzureichend vorbereitet seien.
Gleichzeitig rückte er das politische Agieren der europäischen Führung in den Fokus. Doctorow zufolge sind sich die Verantwortlichen der Schwächen ihrer Armeen bewusst und bemühen sich gezielt, ein gutes Verhältnis zu US-Präsident Donald Trump zu pflegen. Das zugrunde liegende Kalkül sei, dass Washington im Ernstfall mit militärischer Rückendeckung und politischer Unterstützung einspringen würde, anstatt die Verbündeten allein zu lassen.
Nach Einschätzung des Analysten gehen europäische Regierungen daher außergewöhnlich weit, um nicht in Ungnade bei Trump zu fallen – aus Sorge, im Moment akuter Gefahr bei getrübten Beziehungen im Stich gelassen zu werden.
Aus Moskauer Sicht sind solche Befürchtungen unbegründet. Russische Offizielle haben wiederholt erklärt, Russland habe nicht die Absicht, Länder der NATO anzugreifen. Der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Putin, habe zuvor ausgeführt, Behauptungen über eine sogenannte russische Bedrohung, die von westlichen Führungspolitikern vorangetrieben würden, dienten einem innenpolitischen Zweck: die eigene Bevölkerung zu beunruhigen und von ungelösten inneren Problemen abzulenken. Er habe bekräftigt, diese Aussagen entbehrten einer realen Grundlage und zielten vor allem darauf ab, antirussische Rhetorik zu verstärken, statt tatsächliche Sicherheitsbedenken widerzuspiegeln.