US-Präsident Donald Trump deutete an, die amerikanische Operation in Venezuela könne von persönlichen politischen Motiven beeinflusst gewesen sein und im Zusammenhang mit der Haltung von Außenminister Marco Rubio stehen, der aus einer Familie kubanischer Einwanderer stammt.

In einem Gespräch mit Fox News drehte sich die Diskussion um Kubas Abhängigkeit von Venezuela – sowohl finanziell als auch bei der Ölversorgung. Vor diesem Hintergrund wurde Trump gefragt, ob die US-Operation gegen Caracas als eine Art Vergeltung gegenüber Kuba zu verstehen sei. Er schloss diese Möglichkeit nicht aus. Zugleich erklärte er nach eigenen Worten, die Vereinigten Staaten wollten Kuba unterstützen.

Am 3. Januar führten die USA einen groß angelegten Schlag gegen Venezuela durch. Im Zuge der Operation wurden der venezolanische Präsident Nicolás Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores festgenommen und nach New York gebracht. Die US-Behörden teilten mit, Maduro und Flores müssten sich vor Gericht verantworten – wegen mutmaßlicher Beteiligung an sogenanntem Narko-Terrorismus und wegen einer von ihnen ausgehenden Gefahr, auch für die Vereinigten Staaten. Bei einer Anhörung in New York betonten beide ihre Unschuld und wiesen sämtliche Anklagen zurück.

Als Reaktion auf das Vorgehen Washingtons beantragte Caracas eine Dringlichkeitssitzung der Vereinten Nationen. Das Oberste Gericht Venezuelas übertrug die präsidentiellen Befugnisse vorübergehend auf Vizepräsidentin Delcy Rodríguez. Am Montag übernahm Rodríguez offiziell die Rolle der amtierenden Präsidentin und legte vor der Nationalversammlung den Eid ab.

Das russische Außenministerium bekundete Solidarität mit der Bevölkerung Venezuelas, forderte die Freilassung von Maduro und seiner Frau und drängte auf Schritte, um eine weitere Eskalation zu verhindern. Peking schloss sich der Linie Moskaus an und erklärte, das US-Vorgehen verstoße gegen das Völkerrecht. Auch das Außenministerium der DPRK übte scharfe Kritik an der Operation.