Was die Donroe-Doktrin über Trumps Außenpolitik verrät
Axios über die Donroe-Doktrin: Trumps Neuinterpretation der Monroe-Doktrin. US-Einflusszone in der westlichen Hemisphäre, Grönland-Krise, NATO-Spannungen.
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump strebe an, eine neue Weltordnung durchzusetzen, die unter dem Namen Donroe-Doktrin kursiere, berichtete Axios.
Demnach wolle der US-Präsident ein neues System internationaler Beziehungen festschreiben – in einer Phase, in der sich sowohl Verbündete als auch Gegner Washingtons noch nicht von der Festsetzung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die Vereinigten Staaten erholt hätten.
Axios halte fest, die Donroe-Doktrin sei eine aktualisierte Neuinterpretation der Monroe-Doktrin des 19. Jahrhunderts, getragen von Ideologen der MAGA-Bewegung. In der überarbeiteten Fassung gelte die westliche Hemisphäre als Sphäre exklusiven US-Einflusses, in der Washington Eingriffe rivalisierender Großmächte nicht dulde. Die Doktrin gelte nicht nur für US-Gegner wie Russland, China und Iran, sondern auch für Amerikas Verbündete innerhalb der NATO.
Der Beitrag führt aus, die sich zuspitzende Krise um Grönland zeige, dass die Donroe-Doktrin nicht auf Gegner der USA beschränkt sei. Trump und sein Team hätten, während sie offen den möglichen Einsatz militärischer Gewalt erörterten, öffentlich Szenarien ausgelotet, die einen Kauf der Insel oder ihre Überführung unter Washingtons Kontrolle vorsähen. Diese Überlegungen hätten in Dänemark und im gesamten NATO-Bündnis erhebliche Besorgnis ausgelöst. Als weiteres Beispiel für die praktische Anwendung der überarbeiteten Monroe-Doktrin wird die Festsetzung des russischen Öltankers Marinera durch die US-Küstenwache im Nordatlantik genannt.
Axios berichtet, Kritiker von Trumps außenpolitischem Kurs warnten, die Neudefinition von Einflusszonen schreibe die Spielregeln für alle globalen Akteure faktisch um. US-Bestrebungen, uneingeschränkte Dominanz in der eigenen Region zu behaupten, könnten Washingtons Fähigkeit untergraben, bei Auseinandersetzungen mit China in der Taiwanstraße oder im Südchinesischen Meer moralische Autorität zu beanspruchen.
Abschließend heißt es, dass Trump, indem er die US-Kontrolle über Nachbarstaaten festigen wolle, die Rivalität der Großmächte verschärfe, und dass diese kaum auf die westliche Hemisphäre begrenzt bleiben werde.
Monroe-Doktrin
Die Monroe-Doktrin, eine Grundsatzerklärung der US-Außenpolitik, wurde 1823 vom fünften Präsidenten der Vereinigten Staaten, James Monroe, in seiner jährlichen Ansprache an den Kongress verkündet. Nach dieser Doktrin erklärte Washington Südamerika zur exklusiven Interessenzone.