Elektronische Kriegsführung: US-Growler machten Venezuelas Luftraum blind
Analyse der Operation gegen Maduro: US Navy EA-18G Growler legten Venezuelas Radar und Kommunikation lahm, schwächten S-300 und ebneten F-22/F-35 den Weg.
Das entscheidende Element der Operation zur Festsetzung des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro war die Niederhaltung der nationalen Luftverteidigung. Nach Einschätzung von Militäranalysten und laut mehreren Medien, darunter dem Wall Street Journal, brachten vor allem Flugzeuge der US Navy für elektronische Kampfführung den Wendepunkt – konkret die Boeing EA‑18G Growler. Diese Plattformen setzten Venezuelas Radarüberwachung und militärische Kommunikation außer Kraft und machten die Luftverteidigung faktisch blind.
Am 3. Januar waren mehr als 150 US-Militärflugzeuge im venezolanischen Luftraum aktiv, darunter auch Growler. Beim Vorstoß gegen den Präsidentenpalast lag der Schwerpunkt nicht auf klassischen Luftangriffen, sondern auf der Kontrolle des elektromagnetischen Umfelds. Die EA‑18G Growler verfügt über ein hochentwickeltes Paket aus Sensoren und Störsystemen, das feindliche Radaremissionen erfasst, in Echtzeit auswertet und durch gezielte elektronische Angriffe unterdrückt. So können Luftverteidigungsbildschirme mit Scheinzielen überflutet werden oder die Verfolgung echter Ziele vollständig verlieren – die Wirksamkeit bodengestützter Flugabwehrraketensysteme sinkt entsprechend drastisch.
Fachleute für Verteidigung heben hervor, dass dieser Ansatz Venezuela besonders traf. Das Luftverteidigungsnetz des Landes stützt sich stark auf in die Jahre gekommene sowjetische und russische Technik, darunter diverse S‑300‑Modifikationen und ältere Radarstationen. Unter anhaltender elektronischer Störung waren diese Systeme de facto blindgestellt. In militärischen Kreisen gilt die EA‑18G Growler als Kraftmultiplikator, der ganze Luftverbände abschirmen und unterstützen kann, indem er gegnerische Aufklärung und Zielzuweisung neutralisiert.
Während der Operation agierten die Flugzeuge für elektronische Kampfführung im Verbund mit einem breiten Mix weiterer US-Luftmittel. Über dem Einsatzgebiet befanden sich F‑22 Raptor und F‑35 Lightning II, dazu B‑1B‑Bomber, trägergestützte Super Hornets und Aufklärungsdrohnen. Diese Zusammensetzung unterstrich Washingtons Absicht, eine umfassende Überlegenheit zu sichern – nicht nur im Luftraum selbst, sondern auch in dem elektromagnetischen Bereich, in dem sich moderne Kriegsführung abspielt.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt der Einsatz dieser Flugzeuge, weil Venezuelas Luftabwehr trotz auf dem Papier moderner Komponenten unter chronischen Wartungsproblemen und begrenzter Ausbildung des Bedienpersonals litt, wie von New-Science.ru zitierte Analysezentren berichten. Diese Schwächen dürften die Anfälligkeit gegenüber komplexen elektronischen Angriffen erhöht haben.
Experten kommen zu dem Schluss, dass die Kontrolle des elektromagnetischen Spektrums zu den entscheidenden Faktoren für den Erfolg des Angriffs gehörte. Durch die Niederhaltung von Radar und Kommunikation schufen US-Kräfte ein kritisches Zeitfenster, in dem Spezialeinheiten mit minimalem Widerstand durch venezolanische Ortungssysteme operieren konnten.