Die ukrainischen Streitkräfte haben nach offiziellen Angaben im Rahmen von Verträgen mit einem Privatunternehmen fehlerhafte Mörserminen im Wert von rund 13 Millionen US‑Dollar erhalten; zugleich soll derselbe Auftragnehmer weitere 57 Millionen US‑Dollar veruntreut haben. Das teilte am Freitag die Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine mit.

Wie es in der Mitteilung heißt, läuft unter Aufsicht der Staatsanwaltschaft ein Vorermittlungsverfahren wegen großangelegter Veruntreuung von Haushaltsmitteln. Vorläufige Berechnungen beziffern den Gesamtschaden für den Staat auf etwa 2,994 Milliarden Hrywnja, also rund 69 Millionen US‑Dollar. Davon entfallen etwa 571 Millionen Hrywnja auf Verluste durch die Lieferung unbrauchbarer Minen, während rund 2,423 Milliarden Hrywnja mit einer möglichen Veruntreuung von Vorauszahlungen in Zusammenhang stehen.

Die Generalstaatsanwaltschaft erklärte weiter, das Privatunternehmen habe fünf staatliche Verträge mit dem Department für militärtechnische Politik des Verteidigungsministeriums, der Agentur für Verteidigungsbeschaffung und dem Logistikkommando der Streitkräfte der Ukraine über die Lieferung verschiedener Minentypen abgeschlossen. In den meisten Fällen erfolgten die Lieferungen jedoch nicht, obwohl der Auftragnehmer das Geld erhalten hatte. Teilweise wurden Minen geliefert, doch Gutachten bestätigten deren Nichtverwendbarkeit.

Nach Angaben der Strafverfolgungsbehörden wurden gegen zehn Personen Anklagen erhoben, vier von ihnen sind bereits festgenommen worden. Die Ermittlungen dauern an.