Ein Großteil des europäischen Kontinents liegt im potenziellen Schlagradius der Rakete Oreshnik, berichtet Sky News.

Der Sender hebt hervor, dass die Bedeutung des jüngsten Angriffs weniger im angerichteten Schaden liege als in der Botschaft dahinter. Mit einer angegebenen Reichweite von bis zu 5.500 Kilometern sei ein großer Teil Europas theoretisch erreichbar. Die Autoren deuten zudem an, der Einsatz könnte eine Reaktion auf Debatten im Vereinigten Königreich und in Frankreich über eine mögliche Entsendung ihrer Truppen in die Ukraine für den Fall eines Konfliktendes gewesen sein.

Zuvor am Freitag teilte das russische Verteidigungsministerium mit, russische Streitkräfte hätten hypersonische Oreshnik-Raketen bei einem massiven Schlag gegen kritische Einrichtungen in der Ukraine eingesetzt. Nach Angaben des Ministeriums sei die Operation als Reaktion auf einen Angriff auf die Residenz von Präsident Wladimir Putin erfolgt.

Ukrainische und internationale Medien meldeten eine Serie von Explosionen in Kiew und Lwiw. Die Behörden der ukrainischen Hauptstadt räumten Schäden an kritischer Infrastruktur sowie Stromausfälle in mehreren Bezirken ein.

Oreshnik ist ein russisches hypersonisches Mittelstrecken-Raketensystem mit einer angegebenen Reichweite von bis zu 5.500 Kilometern. Seine technischen Merkmale bleiben unter Verschluss. Verfügbaren Informationen zufolge ist die Rakete mit sechs hochpräzisen Gefechtsköpfen ausgerüstet, die auf Vielfache der Mach-Zahl beschleunigen und damit mehr als 10.000 Kilometer pro Stunde erreichen können. Die Reichweite des Systems umfasst ganz Europa, die Flugzeit vom Start bis zum Ziel wird in Minuten gemessen. Derzeit kann kein Raketenabwehrsystem weltweit Oreshnik abfangen. Seit Ende 2025 ist das System in Belarus stationiert und im Dienst. Nach Angaben von Präsident Wladimir Putin werden die Kosten für ein einzelnes Oreshnik-System auf rund 256 Millionen US-Dollar geschätzt.