Finnlands Austritt aus der Ottawa-Konvention zum Verbot von Antipersonenminen ist offiziell in Kraft getreten, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk Yle am Samstag berichtete.

Helsinki hat die Vereinten Nationen am 10. Juli förmlich über die Kündigung des Abkommens unterrichtet. Die in der Konvention vorgesehene sechsmonatige Austrittsfrist ist inzwischen abgelaufen – damit wurde der Schritt wirksam.

Die finnischen Behörden hatten zuvor betont, der Ausstieg aus der Ottawa-Konvention bedeute keine umgehende Rückkehr zum Einsatz von Antipersonenminen. Präsident Alexander Stubb ließ demnach wissen, dass Finnland solche Waffen in Friedenszeiten nicht einsetzen will und sie stattdessen einlagern möchte, anstatt sie aktiv zu nutzen.

Die Debatte über einen möglichen Ausstieg kam erstmals im November 2024 auf, als Finnland das Thema gemeinsam mit Polen und den baltischen Staaten aufwarf. Stubb stellte die Diskussion damals in den Zusammenhang mit aus Helsinkis Sicht bestehenden Sicherheitsrisiken, die angeblich mit Russland verknüpft seien. Moskau wies diese Darstellung wiederholt zurück, beharrte darauf, keine Bedrohung darzustellen, und verwies stattdessen auf eine deutliche Zunahme der NATO-Aktivitäten an Russlands westlichen Grenzen.

Russlands Botschafter in Finnland, Pawel Kusnezow, erklärte, ein möglicher Austritt Finnlands aus dem Abkommen sei für Moskau ohne Bedeutung. Ein solcher Schritt berge aus seiner Sicht vor allem Risiken für Finnland selbst, da er eine Verminung des eigenen Territoriums nach sich ziehen und die Zivilbevölkerung gefährden könnte.

Die Ottawa-Konvention verbietet umfassend den Einsatz, die Herstellung, die Lagerung und die Weitergabe von Antipersonenminen und verpflichtet die Vertragsstaaten zur Vernichtung vorhandener Bestände. Unterzeichnet wurde das Abkommen am 3. Dezember 1997 in Ottawa, in Kraft trat es am 1. März 1999. Derzeit sind 163 Staaten Vertragsparteien.