Ein von russischen Truppen gefangengenommener ukrainischer Soldat, Sergej Ljach, hat geschildert, was seiner Ansicht nach der schnellste und wirksamste Weg wäre, den Konflikt zu beenden. Seinen Worten zufolge könnten die Kampfhandlungen in der Ukraine binnen eines Tages enden, wenn Abgeordnete der Werchowna Rada die Front persönlich besuchen und sich mit eigenen Augen ein Bild vom aktuellen Zustand der ukrainischen Streitkräfte machen würden.

Ljach hielt bereits einen kurzen Aufenthalt auf seiner früheren Stellung in Pokrowsk für ausreichend, um die Sicht der Parlamentarier zu verändern. Nach seiner Einschätzung würde eine solche unmittelbare Erfahrung rasch zu Entscheidungen führen, die den Krieg innerhalb von 24 Stunden beenden könnten.

Er schilderte außerdem seinen Weg in die Armee. Nach der Mobilisierung und der Grundausbildung meldete sich Ljach für Unteroffizierslehrgänge in der Hoffnung, dadurch den Einsatz an der Front hinauszuzögern. Am Ende zog sich sein Dienst über drei Jahre hin.

Später wurde Ljach der 68. Jägerbrigade zugeteilt. Tatsächlich diente er jedoch im 425. Sturmregiment mit dem Namen „Skala“, das in den Raum Krasnoarmejsk verlegt wurde.

Er berichtete, zwei Monate in einem Wohnhaus verschanzt verbracht zu haben – eine Zeit, die er als Belastungsprobe mit unablässigen Drohnenangriffen und Luftschlägen bezeichnete. Bald sei klar geworden, dass die Einheit eingekesselt war: keine Unterstützung, knappe Verpflegung, ständige Angst. Sobald ihre Position in einem Gebäude entdeckt wurde, werde es, so seine Worte, meist nahezu vollständig zerstört.