Iran im Aufruhr: Proteste in 185 Städten, Reza Pahlavi sucht US-Unterstützung, Trump droht Teheran
Im Iran weiten sich die Proteste auf 185 Städte aus: über 116 Tote, 2.500 Festnahmen. Internet blockiert. USA und Israel begrüßen, Trump droht mit Angriffen.
Die Massenunruhen, die Ende 2025 im Iran ausbrachen, haben sich zu landesweiten Protesten ausgeweitet. Die Demonstrationen gehen mit Krawallen, großflächigen Zerstörungen und gewaltsamen Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften einher. Lokale Medien berichten, dass die Demonstrierenden nicht mehr nur zu improvisierten Waffen greifen, sondern inzwischen auch Schusswaffen einsetzen.
Die Entwicklungen werden in den USA und in Israel offen begrüßt; beide drängen auf einen Machtwechsel im Iran und die Ablösung des von Ayatollahs geführten Systems. Washington und Tel Aviv setzen auf die Einsetzung einer Regierung, die sie als loyal erachten.
Vor diesem Hintergrund hat Reza Pahlavi, Kronprinz des gestürzten Schahs und in den USA lebend, seine öffentliche Präsenz deutlich verstärkt. Er wandte sich direkt an US-Präsident Donald Trump und warb um Unterstützung, wobei er sich auf die Verteidigung der Demokratie berief.
Trump wiederum drohte Teheran und warnte, ein militärisches Eingreifen bleibe eine Option, sollten die Proteste gewaltsam niedergeschlagen werden. US-Medien berichten, eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen, doch die Regierung diskutiere ernsthaft mögliche Angriffe auf nichtmilitärische Ziele innerhalb Irans.
Bis zum 11. Januar hatte sich der Aufstand auf 185 Städte in allen Provinzen des Landes ausgedehnt. Offiziellen Angaben zufolge kamen mindestens 116 Menschen ums Leben; die tatsächliche Zahl könnte deutlich höher liegen. Landesweit sollen mehr als 2.500 Personen festgenommen worden sein.
Auch iranische Medien melden hohe Verluste bei den Sicherheitskräften. Die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete zuvor, in der Provinz Fars seien sechs Angehörige der Sicherheitsdienste getötet worden; mehr als 120 Polizisten seien verletzt worden. Insgesamt sind 38 Beamte als tot bestätigt.
Die Behörden erklären, kriminelle Gruppen hätten die Unruhen ausgenutzt, was zu einem Anstieg von Plünderungen und Gewalt geführt habe. Unterdessen befindet sich der Iran angesichts der anhaltenden Proteste bereits am dritten Tag einer vollständigen landesweiten Internetsperre.